Antihistaminika (Histamin-Rezeptorblocker)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. Mai 2016
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Antihistaminika sind natürlich vorkommende oder künstlich hergestellte Wirkstoffe, welche die Wirkung von Histamin im menschlichen Körper mindern können oder annähernd verhindern sollen. Das spielt insbesondere bei Allergien eine wichtige Rolle, bei denen Antihistaminika pharmazeutisch eingesetzt werden. Doch Antihistaminika kommen genauso in der Natur vor wie das Histamin selbst.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antihistaminika?

Antihistaminika werden gegen eine krankhafte Wirkung von Histamin eingesetzt. Histamin ist ein natürlicher Stoff, der in jedem Lebewesen existiert. Das ist normal und gesund, denn er strukturiert das Gewebe von Menschen, Tieren, Pflanzen und Bakterien. Das funktioniert im menschlichen und tierischen Gewebe auf hormoneller Ebene. Als Neurotransmitter nimmt Histamin eine wichtige Rolle ein. Es reguliert die Magensäure und den Schlafrhythmus. Außerdem kümmert sich Histamin um die Abwehr fremder Stoffe, die dem Körper möglicherweise schaden könnten. Auf diese Weise werden Allergien ausgelöst. Dagegen werden in der Regel Antihistaminika rezeptfrei verkauft oder ärztlich verordnet, je nach Stärke oder Komplexität der Allergien und notwendiger Dosierung der Antihistaminika.

Wirkung und medizinische Anwendung

Antihistaminika werden vor allem gegen allergische Symptome eingesetzt. Wenn Allergene auf die Mastzellen treffen, schütten diese Histamin aus, um die fremden Stoffe abzuwehren. Ein allergisches Symptom erzeugt der Botenstoff Histamin erst, wenn er am entsprechenden Rezeptorprotein andockt. Wird ein Antihistaminikum eingenommen, wirkt es auf das Rezeptorprotein ein und lindert auf diese Weise die allergischen Symptome. Bei Allergien werden Antihistaminika vor allem gegen Rhinitis, Juckreiz oder Konjunktivitis eingesetzt.

Sie wirken in der Regel innerhalb kürzester Zeit und werden je nach Wirkstoff topisch durch Nasensprays, Augentropfen, Salben oder systemisch als Tabletten medizinisch angewendet. Über Allergien hinaus werden Antihistaminika auch gegen Magenschleimhautentzündung verwendet. Die Wirkweisen von Antihistaminika umfassen somit ein Spektrum von antiallergisch über entzündungshemmend. Manche sind zudem mastzellstabilisierend, was aus therapeutischer Sicht bei Allergikern langfristig äußerst sinnvoll ist. Andere Antihistaminika beruhigen und fördern den Schlaf und können darüber hinaus hilfreich sein bei Schwindel oder Erbrechen.

Formen und Gruppen

Entsprechende Antihistaminika werden eingesetzt, je nachdem, welche Rezeptoren betroffen sind. Im Magen sind die H2-Rezeptoren zu finden, deshalb werden bei einem Magensäureüberschuss H2-, bei einer Allergie hingegen H1-Antihistaminika verwendet. H4-Rezeptoren sind beteiligt am Immunsystem und an Entzündungsvorgängen. Die Erforschung dieser Rezeptoren ist noch jung, weshalb es für diese Histaminrezeptoren noch nicht so viele verschiedene Formen an Medikamenten gibt.

Die Antihistaminika werden unterschieden nach Generationen. Diejenigen der älteren Generation rufen zentrale Störungen im Gehirn hervor, wie Schwindel und Schläfrigkeit, weil sie die Blut-Hirn-Schranke durchbrechen. Das ist eine unerwünschte Wirkung, die bei den Antihistaminika der zweiten Generation nicht mehr vorhanden ist. Sie gelangen nicht mehr ins Gehirn, wodurch die unerwünschte sedierende Wirkung allein bei den Antihistaminika der ersten Generation zu finden ist. Jüngere allgemein bekannte Wirkstoffe wie Cetirizin oder Fexofenadin werden unter dem Handelsnamen Zyrtex® oder Telfast® ärztlich verordnet.

Dosierung

Die Dosierung der Antihistaminika erfolgt stets nach Verordnung des Arztes oder gemäß der Packungsbeilage. Es muss unterschieden werden zwischen äußerlicher Anwendung von Salben, Nasensprays oder Augentropfen und innerlicher Anwendung von Tabletten oder Tropfen. Nasensprays wie Livostin® mit dem Wirkstoff Levocabastin werden zwei Mal täglich mit zwei Sprühstößen pro Nasenloch dosiert. Zudem unterscheidet sich die Dosierung der Antihistaminika nach ihrem Alter. Wirkstoffe der zweiten Generation werden vor allem gegen Allergien eingesetzt und haben eine längere Wirkdauer von 12 bis 24 Stunden. Deshalb sind sie in der Dosierung einfach und müssen in Tablettenform in der Regel nur einmal täglich eingenommen werden. Auch hier ist die ärztliche Verordnung der Antihistaminika maßgebend.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Auch bei Antihistaminika gilt zunächst, dass eine vollwertige Ernährung mit viel frischem Gemüse eine gesunde Grundlage ist. Zum einen haben Proteine, die sich in der Nahrung befinden, unmittelbaren Einfluss auf die Rezeptorproteine. Zum anderen sind natürliche Alternativen unterstützend aufgrund ihrer histaminsenkenden Wirkung.

Kurkuma wirkt als Gewürz antiallergisch, wie auch der Feldthymian, wildes Oregano und Basilikum. Quercetin, ein natürlicher Pflanzenfarbstoff, der unter anderem in der Apfelschale, in der Johannisbeere, in der Heidelbeere, im Blaukraut und in der violetten Zwiebel vorkommt, hat antiallergische und entzündungshemmende Wirkung. So können natürliche und pflanzliche Alternativen als Grundlage für die menschliche Gesundheit in der Funktion als Antihistaminika und Entzündungshemmer dienen.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Natürliche und pflanzliche Antihistaminika, wie in Form der frischen Kurkumawurzel, frischen Kräutern oder Quercetin in Gemüse und Früchten, haben in der Regel keine Wechsel- oder Nebenwirkungen. Pharmazeutische Antihistaminika wie Nasensprays können hingegen überempfindliche Reaktionen hervorrufen, nasale Reizungen, Schwindel, einen bitteren Geschmack im Mund oder Müdigkeit.

Als Wechselwirkung kann Müdigkeit durch Einfluss alkoholischer Getränke oder durch die Einnahme anderer Medikamente verstärkt auftreten. Das gilt auch für Antihistaminika in Form von Augentropfen oder Tabletten. Mögliche Interaktionen mit anderen Augentropfen sind unbekannt. Vorsichtshalber sollte die Anwendung der Antihistaminikum-Augentropfen mit einem zeitlichen Abstand von 15 Minuten zu anderen Augentropfen erfolgen.

Die Anwendung von Antihistaminikum-Augentropfen kann darüber hinaus zu Nebenwirkungen wie Rötungen am Auge, trockenen Augen, Lichtempfindlichkeit, Verschwommensehen, Augentränen, Fremdkörpergefühl, Verfärbungen der Hornhaut oder Geschmacksstörungen führen. Geschmacksstörungen sind möglich, da die Augentropfen nach dem Eintropfen ins Auge hin zum Rachenbereich ablaufen.

Seltener kann es zu Hautausschlag oder Kopfschmerzen kommen. Auch allergische Reaktionen können wiederum auftreten. Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Antihistaminika sind in jedem Falle mit dem Arzt abzuklären.

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