Antiallergika

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. Mai 2016
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Als Antiallergika werden Medikamente bezeichnet, die allergische Symptome abschwächen bzw. unterdrücken, wobei das gewählte Antiallergikum von der Allergie, dem Beschwerdebild, dem Leidensdruck der Patienten bzw. vom Schweregrad der Symptome abhängig ist.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antiallergika?

Antiallergika sind Wirkstoffe, die bei unterschiedlichsten allergischen Reaktionen zum Einsatz kommen. In weiterer Folge können so Beschwerden gemildert bzw. beseitigt werden, die auf Grund einer Überreaktion des Körpers auf Allergene hervorgerufen werden. Antiallergika sind für die Betroffenen oft lebensnotwendig, wobei das Beschwerdebild sowohl mit Hilfe natürlicher Antiallergika als auch mit pharmazeutisch-chemischen Produkten verbessert werden kann. Darüber hinaus werden Antiallergika je nach Wirkung bzw. Anwendung in verschiedene Gruppen unterteilt.

Wirkung und medizinische Anwendung

Die Wirkung von Antiallergika ist grundsätzlich von den Inhaltsstoffen abhängig. Im Allgemeinen werden mit Hilfe von Antiallergika die allergischen Reaktionen gehemmt, indem die Mastzellenfunktion blockiert bzw. die Histaminproduktion reduziert wird. Diese Antiallergika werden zur Klasse der Mastzellstabilisatoren gezählt. Mit Hilfe von Antihistaminika kann die Histaminausschüttung reduziert werden. Kortison hat ebenfalls eine antiallergische Wirkung und kann daher ebenfalls zur Therapie von Allergien eingesetzt werden.

Pflanzliche bzw. homöopathische Antiallergika enthalten Substanzen, die auf unterschiedliche Symptome gleichzeitig wirken und ohne Nebenwirkungen sind. Antiallergika werden vorwiegend bei Überreaktionen des Körpers gegen unterschiedliche Auslöser eingesetzt, dazu zählen beispielsweise Heuschnupfen, Asthma, Bindehautentzündungen oder Ekzeme. Dadurch kann es zu Schmerzen der Schleimhäute bzw. der Haut, Rötungen oder Schwellungen kommen, die mit Hilfe von Antiallergika zum Abklingen gebracht werden können.

Formen und Gruppen

In den letzten Jahren wurden sehr wirksame Antiallergika entwickelt, durch die die Behandlung von Allergien enorm verbessert werden konnte. Dabei sind in den Erzeugnissen Arzneistoffe enthalten, die eine direkte Wirkung auf das Histamin haben und daher als Antihistaminika bezeichnet werden. Histamin zählt zu den körpereigenen Botenstoffen und wird vom menschlichen Organismus in den so genannten Mastzellen gespeichert.

Tritt eine allergische Reaktion auf, so wird Histamin von den Mastzellen freigesetzt und die Betroffenen leiden beispielsweise unter Atemnot, Schnupfen, tränenden Augen oder Durchfall. Mit Hilfe von Antihistaminika werden die Histamin-H1-Rezeptoren blockiert, sodass Histamin an diese Rezeptoren nich andockt und keine allergischen Reaktionen auftreten. Antihistaminika können in Wirkstoffe der 1. bzw. 2. Generation eingeteilt werden, wobei die erste Gruppe eine sedierende Wirkung hat, bei der zweiten Gruppe ist der sedierende Effekt nur mehr in sehr geringem Ausmaß vorhanden. Darüber hinaus können noch folgende Gruppen unterschieden werden:

  • Mastzellen-Stabilisatoren: Mit Hilfe dieser Mittel wird die Mastzellwand stabilisiert, wodurch die Histaminfreisetzung verhindert werden kann. Sie kommen vor allem bei allergischen Bindehautentzündungen bzw. allergischem Schnupfen zum Einsatz.
  • Kortison: Kortisone oder Glucocorticoide spielen in der Therapie von Allergien ebenfalls eine wesentliche Rolle. Kortison hat eine entzündungshemmende Wirkung, wobei das Präparat sowohl in Form von Tabletten oder Sprays, aber auch als Injektion verabreicht wird.
  • Alpha-Sympathomimetika: Diese Substanzen finden Anwendung an der Nasen- oder Bindeschleimhaut. Sie wirken sekretionshemmend, abschwellend bzw. gefäßverengend, sollten aber nur über einen kurzen Zeitraum angewandt werden.
  • Beta-2-Sympathomimetika: Diese Mittel kommen bei Asthma bronchiale in Form von Dosieraerosol oder Sprays zum Einsatz.
  • Xanthin-Derivate: Wirken bei Asthma bronchiale, werden aber heute nicht mehr so häufig verwendet.
  • Adrenalin: Ist ein wichtiges Medikament, das bei einem anaphylaktischen Schock verabreicht wird. Mit Hilfe von Adrenalin wird der Blutdruck erhöht und die Bronchien können erweitert werden. Darüber hinaus kann Adrenalin auch für Insektengift-Allergiker in Form einer Notfallspritze verschrieben werden, wobei hier aber eine Einschulung notwendig ist.

Dosierung

Treten Ekzeme oder andere Hautprobleme auf, so können diese allergischen Reaktionen mit Salbe, Creme oder Gel behandelt werden, die unterschiedlichste Wirkstärken aufweisen. Diese Mittel enthalten:

  • Hydrocortison: schwache Wirksamkeit
  • Methylprednisolonaceponat bzw. Momethasonfuroat: mittelstarke Wirksamkeit
  • Clobetasol bzw. Betamethesonvalerat: starke Wirksamkeit

Salben und Gels werden bei Bedarf auf die betroffenen Stellen der Haut aufgetragen, wobei die Wirkung ziemlich schnell eintritt. In Tablettenform werden die meisten Substanzen in einer Dosierung von jeweils 10mg pro Tag eingenommen. Bei Kindern ist die Dosis vom Körpergewicht abhängig und wird vom Arzt entsprechend angepasst.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Pflanzliche Antiallergika haben eine sehr sanfte Wirkung und kaum Nebenwirkungen. Diese Erzeugnisse sind vor allem als Nasen- bzw. Augentropfen erhältlich und finden beispielsweise bei Heuschnupfen Anwendung. Auch antiallergisch wirkende Salben können auf pflanzlicher Basis hergestellt werden. Diese Produkte werden beispielsweise bei Bindehautentzündungen, Anaphyxie, der allergischen Kontaktdermatitis oder bei Nesselsucht angewandt. Zu den klassischen Heilpflanzen, die in diesem Zusammenhang zum Einsatz kommen, zählen der Schwarzkümmel und die Pestwurz. Beliebt sind aber auch Mischungen aus Kampfer und Eukalyptusöl bzw. Kiefernadelöl.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Synthetisch erzeugte Antiallergika können zu Übelkeit, Augenbeschwerden oder Müdigkeit führen. Bei Injektionen mit Kortison, die zum Beispiel bei starkem Heuschnupfen verabreicht werden, können darüber hinaus auch Schlaflosigkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten. Wird Kortison über einen längeren Zeitraum angewandt, so kann sich auch das Blutbild verändern.

Bei einer Therapie mit Antihistaminika kann es zu Haarausfall, Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus, Atemnot, Schnupfen oder Nasenbluten kommen. Salben, die Kortison enthalten, sollten nur über einen kurzen Zeitraum verwendet werden, da es sonst zu einer Hautverdünnung kommen kann. Bei einer Anwendung an den Augen kann bei langfristiger Anwendung eine Hornhautverdünnung auftreten oder es kann sich unter Umständen ein grüner Star entwickeln.

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