Amyloidose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juli 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Amyloidose

Amyloidose ist eine sehr seltene Krankheit, die eine schädliche Ablagerung von überflüssigen Proteinen im Organgewebe zur Folge hat. Diese Antikörper werden von abnormalen Zellen (meist im Knochenmark) gebildet und zerfallen nicht wie gesunde Antikörper. Amyloidose ist nicht heilbar, doch eine Behandlung kann die Symptome lindern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Amyloidose?

Amyloidose bezeichnet eine Erkrankung, die eintritt, wenn sich zu viele Amyloid-Proteine innerhalb der Organe ausbilden. Amyloid ist ein abnormes Protein, das im Knochenmark gebildet wird und sich in jedem Organgewebe ablegen kann.

Amyloidose kann bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Organe befallen und es gibt verschiedene Arten von Amyloidose. Meistens betrifft Amyloidose das Herz, die Leber, die Nieren, die Milz, das Nervensystem und den Verdauungstrakt. Die Krankheit ist selten und die tatsächlichen Ursachen bleiben meist ungeklärt.

Ursachen

Ärzte unterscheiden drei Arten von Amyloidose.

Primäre Amyloidose:

Diese tritt meist in den bereits genannten Organen auf, kann aber auch Haut, Zunge oder Blutgefäße befallen. Die primäre Amyloidose steht nicht in direkter Verbindung mit anderen Erkrankungen, abgesehen von multiplem Myelom, einer Form von Knochenmarkkrebs. Die Ursache von Primärer Amyloidose ist nicht geklärt. Doch sie beginnt im Knochenmark. Dort werden Antikörper gebildet, die bei einem gesunden Menschen nach ihrem Einsatz zerfallen. Bei einer Amyloidose zerfallen diese nicht und lagern sich in den Organen ab.

Sekundäre Amyloidose:

Diese Form tritt auf in der Verbindung mit chronischen Infektionen und Entzündungen, wie Tuberkulose und entzündeter Arthritis.

Vererbte Amyloidose:

Diese Form wird vererbt und befällt meist die Leber, Nerven, Herz und Nieren. Mit Dialyse verbundene Amyloidose: Tritt bei Patienten mit Langzeit-Dialyse auf und bewirkt meist eine Ablagerung in Knochen, Gelenken und Sehnen.

Symptome und Verlauf

Anzeichen und Symptome von Amyloidose sind abhängig davon, welche Organe betroffen sind. Zu den offensichtlichen Anzeichen und Symptomen zählen: Anschwellen der Knöchel und Beine; Schwäche; Deutliche Gewichtsabnahme; Kurzatmigkeit; Taubheit oder Kribbeln in den Händen oder Füßen; Durchfall oder Verstopfung; Schnelle Sättigung; Schwere Müdigkeit; Hautveränderungen wie Schwellungen oder leichte Blutergüsse; Lila Flächen um die Augen; Herzrhythmusstörungen; Protein im Urin; eine vergrößerte Zunge; Schluckbeschwerden. Falls ein oder mehrere der Anzeichen und Symptome dauerhaft bestehen, sollte ein Termin mit dem Hausarzt ausgemacht werden. Dieser oder ein anderer Experte können anschließend feststellen, ob es sich um eine Amyloidose handelt, oder die Anzeichen mit einer anderen Erkrankung in Verbindung stehen.

Diagnose

Um zu testen, ob eine Amyloidose vorliegt, wird der Arzt vermutlich folgende Diagnosetechniken ausführen: Eine körperliche Untersuchung, ein Bluttest, einen Urintest. Falls Blut- und Urintest ungewöhnlich hohe Proteinwerte offenbaren, wird der Arzt eventuell eine Biopsie (Gewebeentnahme) anordnen, um das Gewebe direkt zu untersuchen. Während der Biopsie wird eine kleine Nadel verwendet, um das Gewebe zu entnehmen. Falls der Arzt vermutet, dass die Amyloidose in mehreren Organen vorhanden ist, müssen auch mehrere Gewebeentnahmen vorgenommen werden. Dazu zählen Bauchfett, Knochenmark, Kiefer, Speicheldrüsen, Haut und Rektum. Falls Entnahmen von inneren Organen wie Herz, Leber oder Nieren gemacht werden müssen, ist eine Operation notwendig.

Behandlung und Therapie

Auch wenn es keine vollständige Heilung für Amyloidose gibt, kann die Behandlung die Symptome lindern.

Behandlung für Primäre Amyloidose:

Diese beinhaltet häufig eine Chemotherapie, die in dieser Form auch bei bestimmten Krebsarten zum Einsatz kommt. Die Medikamente stören das Wachstum der abnormalen Zellen, die das verursachende Protein herstellen. Immer wieder werden neue Behandlungsmethoden in Testreihen erforscht, die eventuell für den Patienten in Frage kommen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Stammzellentransplantation. Diese sollen die abnormalen Zellen ersetzen. Das Verfahren ist schwierig und die Nebenwirkungen können sehr heftig sein (bis zum Todesfall).

Behandlung für Sekundäre Amyloidose:

Das Hauptziel dieser Behandlung ist die Heilung der zugrundelegenden Erkrankung (z.B. ein entzündungshemmendes Medikament gegen entzündete Arthritis).

Behandlung für vererbte Amyloidose:

Eine mögliche Behandlung könnte eine Lebertransplantation sein, da die verantwortlichen Proteine dieser Erkrankung häufig in der Leber gebildet werden. Auch hier gibt es eine mögliche Medikamententherapie.

Komplikationen:

Da die Amyloidose eine Reihe von weiterführenden Auswirkungen haben kann, sind ggf. Therapien gegen diese vonnöten. Z.B. eine salzarme Diät wenn Herz oder Leber betroffen sind oder verschreibungspflichtige Schmerzmittel. Bei ernsthaften Organschäden müssen diese eventuell transplantiert werden. Die Operation heilt die Krankheit nicht, doch kann die Lebensspanne deutlich verlängern.

Rezeptfreie Medikamente gegen Blutarmut und Eisenmangel


Vorbeugung

Nach dem aktuellen Stand der Forschung kann man Amyloidose nicht vorbeugen. Es bestehen lediglich Informationen zu den Risiken. So steigt das Risiko an Amyloidose zu erkranken deutlich ab dem 40. Lebensjahr, sowie bei Menschen mit chronischen Infektionen und Entzündungen. Auch Menschen, die sich dauerhafter Nieren-Dialyse unterziehen müssen, haben ein höheres Risiko.

Bücher zu Thema Blutbild und Laborwerte

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Amyloidose?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?