Aloe vera (Aloe vera - barbadensis, Aloe capensis - ferox)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Dezember 2015
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Aloe Vera (Aloe vera/barbadensis, Aloe capensis/ferox) ist in Wüstengebieten heimisch und eine vielseitige traditionell bewährte Heilpflanze. Extrakte aus Aloe Vera sind mittlerweile auch in zahlreichen Lebensmitteln, Kosmetika und Alltagsprodukten enthalten.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Aloe vera wird vielseitig in der Medizin und Kosmetik eingesetzt.

Die Heimat der Aloe Vera Pflanze ist der gesamte arabische Raum, wo eine Verwendung als Heilpflanze bereits seit mehr als 6000 Jahren erfolgt. Sie sieht aus wie ein Kaktus, es handelt sich jedoch um eine besondere Lilien-Art. Ursprünglich wachsen alle Aloe Vera Arten in sehr trockenen, wüstenähnlichen Gegenden. Von den etwa 500 derzeit bekannten Arten sind die Aloe vera, die Aloe barbadensis sowie die Aloe capensis und ferox am bekanntesten.

Die heilenden Inhaltsstoffe sind in allen Arten in mehr oder weniger hoher Konzentration enthalten. Der Name Aloe stammt aus dem arabischen Sprachgebrauch und bedeutet bitter oder bitterer Geschmack. Die Schicht zwischen dem sogenannten Gel im Inneren der Pflanze und der Außenwand der Blätter weist demnach einen typisch bitteren Geschmack auf. In vielen warmen und trockenen Gegenden wird die Arzneipflanze auch professionell kultiviert und die Produkte daraus in alle Welt vermarktet.

So finden sich ausgedehnte Agrarplantagen beispielsweise auf den kanarischen Inseln, in Australien, in Südamerika aber auch in der Karibik, in Indien sowie in großen Teilen Afrikas. Die Kultivierung erfolgt jeweils als Heil- oder Zierpflanze. Die meisten Aloe Vera Arten haben keinen sichtbaren Stamm oder es ist allenfalls ein nur sehr kurzer Stamm zu sehen, welcher sich langsam entwickelt aus alten Blätterresten.

Das Wachstum der Aloe Vera erfolgt mit bis zu 20 Blättern direkt aus dem Boden in der typischen Rosettenform. Die einzelnen Blätter können bis zu 50 Zentimeter lang und bis zu 6 Zentimeter breit heranwachsen. Stacheln sind nicht vorhanden, Blütenstängel treibt die Pflanze erst nach mehreren Jahren und nur unter guten klimatischen Bedingungen aus.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Alle Aloe Vera Arten, volkstümlich auch Wasserlilie genannt, enthalten als Hauptinhaltsstoff Wasser. Die besonders fleischigen und dicken Blätter verdankt die Aloe Vera diesem besonders hohen Wasseranteil. Weiterhin sind in unterschiedlichen Gewichtsanteilen Aminosäuren, Mineralien, [Vitamine]], Enzyme, Glykoproteine, Anthrachinon- und Anthrazen-Derivate und das Glykosid Aloin, allerdings nur im Blattharz, enthalten. Die Anwendung kann innerlich oder äußerlich erfolgen, mit der Zeit wurde das Indikationsspektrum auf eine Vielzahl von Krankheiten und Gesundheitsstörungen erweitert.

Zu heilkundlichen Zwecken werden das dickflüssige und schleimige Gel in den Blättern sowie das Harz aus dem gelblichen Saft der Pflanze verwendet. Wird das gesamte Blatt verwendet, so wie in manchen Aloe Vera Fertigprodukten, dann ist auch Aloin enthalten, welches regelmäßig eine stark abführende Wirkung entfalten kann. Die Ernte erfolgt bei Freiwachsenden oder Kulturpflanzen immer nur dann, wenn die Blätter groß genug sind.

Das Gel wirkt besonders gut bei Sonnenbrand und Hautverbrennungen befeuchtend, entzündungshemmend, lindernd und reizmildernd.

Während das Gel als völlig ungiftig gilt, hat das Aloe Vera Harz eine leicht toxische Wirkung und darf daher nur in bestimmten Dosierungen zugeführt werden. Innerlich wirken Gel und Harz der Heilpflanze bei Colitis ulcerosa, Diabetes mellitus, erhöhten Blutfettwerten, Husten, Reizdarm, Reizmagen, Sodbrennen und allgemein zur Stärkung des Immunsystems. Bei Schwangeren sollte das Harz keinesfalls angewendet werden, weil Aloin vorzeitige Wehen auslösen und sogar zu Fehlgeburten führen kann.

Wogegen hilft Aloe vera?

Bedeutung für die Gesundheit

Die Bedeutung der Aloe Vera als Heil- und Kulturpflanze ist außerordentlich hoch und in Mitteleuropa hat die Pflanze in den letzten 20 Jahren einen wahren Siegeszug hinter sich. Auch der Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung steigt stetig. Wer die Vorteile der frischen Pflanze nutzen möchte, kann Aloe Vera auch zu Hause im Topf anbauen. Auf sandigem, gut entwässertem Boden kann die Pflanze bis zu 10 Jahre alt werden.

Bevor mit der Ernte begonnen wird, sollten jedoch mindestens 12 Blätter vorhanden sein. Nachdem eines der unteren Blätter abgeschnitten wurde, erfolgt die Verwendung ganz frisch. Die restliche Pflanze wächst wieder nach. Nachdem der gelbe Saft mit dem Harz aus dem Blatt herausgelaufen ist, kann ein großes Blattstück herausgeschnitten und direkt verwendet werden. Die Gelseite kann direkt auf das zu behandelnde Hautareal in streichenden Bewegungen aufgebracht werden.

Das Gel kann auch vorsichtig mit einem Messer herausgelöst werden für eine innerliche Anwendung. Es kann pur genossen oder beispielsweise in Joghurt oder anderen Produkten untergerührt werden. Auch eine Konservierung des frisch gewonnenen Gels durch Trocknung oder Alkohol-Extrahierung ist möglich. Aloe Vera ist Bestandteil vieler Cremes oder Körperlotionen. Die oft angepriesenen Effekte der Hautverjüngung oder Anti Aging konnten jedoch bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden. Außerdem sollten sich Endverbraucher darüber im Klaren sein, dass oft viele auch hochpreisige Kosmetikprodukte allenfalls nur Spuren des Aloe Vera Gels enthalten.

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