Akuter Gichtanfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Dezember 2014
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Ein akuter Gichtanfall ist oft das erste merkbare Zeichen einer Gichterkrankung und verläuft äußerst schmerzhaft. Mit einer Änderung der Lebensgewohnheiten lässt sich das Risiko des Auftretens eines akuten Gichtanfalls jedoch deutlich reduzieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein akuter Gichtanfall?

Ein akuter Gichtanfall ist die schmerzhafte Ausprägung einer unter der Bezeichnung Gicht bekannten Stoffwechselstörung, durch die es zu erhöhten Harnsäurewerten im Blut kommt. Durch die verminderte Fähigkeit des Körpers, die überschüssige Harnsäure über den Urin auszuscheiden, bilden sich Ablagerungen von Harnsäurekristallen im Gelenksinneren, die eine mit großen Schmerzen verbundene Entzündungsreaktion des Körpers verursachen.

In den meisten Fällen geschieht dies im Großzehengelenk, oft ist auch das Kniegelenk betroffen. Ein akuter Gichtanfall wird häufig als erstes Warnsignal einer Gichterkrankung wahrgenommen.

Ursachen

Für einen akuten Gichtanfall ist in den meisten Fällen ein übermäßiger Fleisch- und Alkoholkonsum verantwortlich. Die in tierischem Eiweiß enthaltenen Purine werden vom Körper im Zuge des Stoffwechsels in Harnsäure umgewandelt und über die Niere mit dem Urin wieder ausgeschieden. Da der Alkohol die Fähigkeit der Niere, die Harnsäure abzubauen, behindert, kommt es auf lange Sicht zu einer Erhöhung der Harnsäurewerte im Blut.

Die Harnsäure wird in Form von scharfkantigen Kristallen in den Gelenken eingelagert. Wenn es durch ein üppiges Essen, das durch große Mengen an alkoholischen Getränken begleitet wird, zu einer zusätzlichen Vermehrung dieser Kristalle kommt, versucht das Immunsystem, dies mit einer Entzündungsreaktion auszugleichen.

Zusätzlich zu den Ernährungsgewohnheiten ist eine noch nicht zur Gänze erforschte familiäre Vorbelastung maßgeblich an der Entwicklung eines akuten Gichtanfalls beteiligt. Dabei handelt es sich um eine erblich bedingte verminderte Fähigkeit der Niere, die überschüssige Harnsäure abzubauen.

Oft tritt ein akuter Gichtanfall auch als Folge von anderen Erkrankungen wie etwa Diabetes, Tumoren, Leukämie oder verschiedenen Nierenkrankheiten auf. Auch einige Medikamente, übermäßiger Stress, eine Radikaldiät, Übergewicht oder ein hoher Blutdruck können die Entstehung eines akuten Gichtanfalls fördern.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von einem akuten Gichtanfall:

Ein akuter Gichtanfall tritt in den meisten Fällen plötzlich, ohne eine vorhergehende Verletzung und oftmals während der Nacht auf. Die Patienten klagen dabei über heftige Schmerzen in einem Großzehen- oder Kniegelenk, es können jedoch auch Fingergelenke oder Ellenbogen davon betroffen sein.

Im Zuge eines akuten Gichtanfalls kommt es zu einer starken Schwellung und Rötung der betroffenen Stelle, die auf jede kleine Berührung mit heftigen Schmerzen reagiert. Die Haut über dem Gelenk ist überhitzt und weist eine glänzend rötlich-blaue Farbe auf. Manchmal geht ein akuter Gichtanfall auch mit Fieber, Erbrechen und einem erhöhten Puls einher. Bleibt ein akuter Gichtanfall unbehandelt, halten die Schmerzen meist etwa vier Tage an, nach spätestens zwei Wochen sind die Symptome gänzlich abgeklungen.

Diagnose

Die Diagnose eines akuten Gichtanfalls gestaltet sich in den meisten Fällen als problemlos, da der Arzt die charakteristischen und unverwechselbaren Symptome gleich erkennt. Nach Erhebung der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung kann ein Laborbefund die Möglichkeit einer akuten Arthritis ausschließen.

Aufschluss über den akuten Gichtanfall bringt ein Bluttest, im Zuge dessen die erhöhten Entzündungswerte und möglicherweise der Alkoholgehalt festzustellen sind. Die Messung der Harnsäurewerte ist nicht aufschlussreich, da sich diese bereits im Normalbereich befinden können, nachdem sie sich im Gelenk abgesetzt und den akuten Gichtanfall ausgelöst haben.

Behandlung

Im Falle eines akuten Gichtanfalls sollte ein Hausarzt zu Rate gezogen werden, der mit der Symptomatik vertraut ist und nach der entsprechenden Diagnose im Gespräch mit dem Patienten eine geeignete Medikation finden wird. In vielen Fällen eines akuten Gichtanfalls wird er die Einnahme von Nicht-Steroiden-Anti-Rheumatika, auch unter der Kurzbezeichnung NSAR geläufig, empfehlen.

Solche Präparate wirken ohne Cortison und lassen die Symptome eines akuten Gichtanfalls durch ihre stark entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften abklingen. Sie werden oft in Kombination mit einem Magenschutzmittel verabreicht, da sie zwar die Bildung von entzündungsfördernden Prostaglandinen hemmen, dadurch jedoch Probleme in Magen und Speiseröhre verursachen können.

Alternativ stehen je nach körperlicher Verfassung des Patienten Medikamente auf Cortison-Basis oder Colchicin zur Verfügung, die durch ihre entzündungshemmenden Eigenschaften die Schmerzen schnell und effektiv bekämpfen.

Zusätzlich empfiehlt es sich, um die Beschwerden eines akuten Gichtanfalls zu lindern, das betroffene Gelenk regelmäßig in Eiswasser zu kühlen und nicht zu belasten. Darüber hinaus sollte viel Wasser getrunken werden, um den Körper bei der Ausscheidung der Harnsäurekristalle und in weiterer Folge der Bekämpfung des akuten Gichtanfalls zu unterstützen. Der totale Verzicht auf Alkohol und fleischreiche Kost hilft in der Heilungsphase zusätzlich, die Symptome des akuten Gichtanfalls zu lindern.

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Vorbeugung

Um einen akuten Gichtanfall zu vermeiden, sind vor allem im Falle einer erblichen Vorbelastung eine Purin-arme und damit weitgehend fleischlose Ernährungsweise und ein drastisch reduzierter Alkoholkonsum unumgänglich. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, viel Wasser zu trinken, um die Nierentätigkeit anzuregen und damit den Abbau der überschüssigen Harnsäure zu begünstigen.

Gegebenenfalls muss auch eine vernünftige Gewichtsreduktion in Erwägung gezogen werden. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit einer medikamentösen Prophylaxe, um die Harnsäurewerte dauerhaft auf einem gesunden Niveau zu halten und somit dem Auftreten eines akuten Gichtanfalls vorzubeugen.

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