Akupunktur (Therapie)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Juni 2016
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Akupunktur ist die Bezeichnung für einen Teilbereich der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dabei werden Nadeln in bestimmte Körperbereiche gestochen, um Krankheiten und Beschwerden zu lindern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Akupunktur?

Der lateinische Begriff Akupunktur bedeutet in der deutschen Übersetzung soviel wie „Stechen mit Nadeln“. Gemeint ist damit ein Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), bei dem dünne Nadeln in spezielle Hautpunkte eingestochen werden, um Krankheiten zu behandeln oder Schmerzen zu lindern.

Die Einstichstellen tragen die Bezeichnung Akupunkturpunkte. Sie verteilen sich über den gesamten Körper des Menschen. Dabei handelt es sich um sogenannte Meridiane, die die Energiebahnen des Körpers bilden. D

ie Traditionelle Chinesische Medizin vertritt die Auffassung, dass die Meridiane von der Energie des Körpers mit der Bezeichnung Qi durchflossen werden. Die unterschiedlichen Akupunkturpunkte bildeten sich im Laufe der Jahrtausende durch Erfahrung heraus und werden noch heute von chinesischen Medizinern genutzt.

Der präzise Wirkungseffekt der Akupunktur ließ sich bislang nicht genau ermitteln. Es wird vermutet, dass die eingestochenen Nadeln Reize auslösen, die wiederum Reaktionen von Gewebe- und Nervenzellen hervorrufen.

Anwendung und Funktion

Im Jahr 2002 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Liste, welche Erkrankungen und Beschwerden für eine Akupunkturbehandlung geeignet sind. Dazu zählen u. a. Infektionen der Atemwege wie grippale Infekte, Bronchitis, Asthma bronchiale oder Husten, Kopfschmerzen, Migräne, Zahnschmerzen, Beschwerden am Bewegungsapparat wie Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Wirbelsäulenbeschwerden, ein Tennisarm und rheumatoide Arthritis.

Weitere Indikationen sind Magen-Darm-Erkrankungen, neurologische Erkrankungen wie Nervenschmerzen oder Lähmungen, Tinnitus, Essstörungen, Störungen der Fruchtbarkeit sowie Menstruationsbeschwerden. In westlichen Ländern wird die Akupunktur in erster Linie zur Therapie von Schmerzen wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Kniebeschwerden angewandt.

Als nicht geeignet gilt die Akupunktur, wenn Zerstörungen der Körperstrukturen oder Organe vorliegen. Dabei kann es sich um Knochenfrakturen, Karies, Arthrose, Gallensteine oder Nierensteine handeln. Eine Linderung von Zahnschmerzen oder Gallenkoliken ist jedoch durchaus möglich. Sogar bei Krebserkrankungen dient die Akupunktur als wirksame Behandlung gegen die unangenehmen Nebeneffekte der Chemotherapie.

Die Traditionelle Chinesische Medizin nutzt etwa 400 Akupunkturpunkte für ihre Behandlungen. Gemäß ihrer Lehre bleibt der Mensch gesund, wenn das Qi ungestört im Körper fließen kann. Bei Störungen durch falsche Ernährung, psychische Gegebenheiten, Wärme oder Kälte kann der Qi-Fluss jedoch beeinträchtigt werden, was sich wiederum durch Schmerzen und Krankheiten bemerkbar macht. Die Akupunktur kommt dann zur Anwendung, um die Blockade aufzuheben.

Methoden und Verfahren

Die Akupunktur lässt sich in unterschiedliche Formen unterteilen. So gibt es neben der herkömmlichen Akupunktur auch die Ohr-Akupunktur, bei der die Akupunkturpunkte am Ohr gereizt werden. Zu diesem Zweck platziert der Therapeut die Nadeln in der Ohrmuschel. Innerhalb der Ohrmuschel sind Reflexzonen vorhanden, die über eine Verbindung zu mehreren Organen und Körperstrukturen verfügen. Durch die Nadelbehandlung der entsprechenden Akupunkturpunkte werden Erkrankungen bekämpft.

Eine andere Akupunktur-Variante stellt die Moxibustion dar, die nicht selten als Unterstützung für die Akupunktur zur Anwendung gelangt. Bei diesem Verfahren erzeugt der Therapeut Wärmereize, indem er aus Beifußblättern hergestellte Moxawolle über einer Scheibe Ingwer auf der Haut abbrennt. Dabei nimmt die Haut einen Wärmereiz wahr.

Weitere Akupunkturformen bilden die Laser-Akupunktur mit einem Soft-Laser, die Elektro-Akupunktur mit einem elektrischen Schwachstromgerät sowie die Schädel-Akupunktur, die ähnlich wie die Ohr-Akupunktur verläuft.

Was muss der Patient beachten?

Vor Beginn der Akupunktur muss der Patient dem Therapeuten einige wichtige Fragen beantworten. So benötigt der Arzt schulmedizinische Informationen und möchte über die körperliche Belastbarkeit, den Appetit, den Schlaf und die psychische Situation des Patienten Bescheid wissen.

Von Bedeutung sind außerdem Stuhlgang, Urin sowie eventuelle Verdauungsprobleme. Gleiches gilt für Belastungen in Familie und Beruf sowie Probleme bei der Menstruation. Nach chinesischen Kriterien kann außerdem eine körperliche Untersuchung stattfinden, bei der nicht selten eine Puls- oder Zungendiagnose erfolgt.

Nach der Akupunktur ist es wichtig, dass der Patient sein Gesundheitsverhalten ändert, damit es nicht erneut zu Beschwerden kommt.

Ablauf und Durchführung

Insgesamt nimmt eine Akupunktursitzung zwischen 20 und 30 Minuten in Anspruch. In der Regel legt sich der Patient dabei hin oder nimmt eine bequeme Sitzhaltung ein. Bevor der Therapeut eine Akupunkturnadel, die sich aus rostfreiem Stahl zusammensetzt, an die dafür vorgesehene Stelle einsticht, massiert er sie sowie den angrenzenden Hautbereich.

Grundsätzlich erfolgt das Einstechen der Nadeln an so wenigen Punkten wie möglich. Meist liegt die maximale Anzahl bei 16 Akupunkturpunkten, es können mitunter aber auch mehr sein. Gewicht und Größe der Akupunkturnadeln fallen je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich aus. Meist handelt es sich bei ihnen um sehr dünne Nadeln, deren Einstich schmerzfrei verläuft.

Nach dem Einstechen verbleiben die Akupunkturnadeln maximal 30 Minuten in der Einstichstelle. Zumeist wird der anfängliche Schmerz durch ein Gefühl von Wärme oder Schwere ersetzt. In manchen Fällen lassen sich die Nadeln erhitzen, um eine stärkere Wirkung zu erzielen. Ebenso sind Auf- und Abbewegungen der Akupunkturnadeln möglich. Im Anschluss an die Behandlung kann sich der Patient in einem separaten Raum entspannen.

Bei einer Ohr-Akupunktur werden die Nadeln zur Behandlung von Gelenkschmerzen oder Nackenschmerzen an bestimmten Punkten wie zum Beispiel den Ohrläppchen eingesetzt. So soll das Ohr über eine enge Verbindung zum Gehirn-Schmerzzentrum verfügen. In manchen Fällen verbleiben Dauernadeln bis zu zwei Wochen am Ohr.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für eine Akupunktur werden seit 2007 von den gesetzlichen Krankenkassen bei bestimmten Bedingungen getragen. Dabei spielt das Krankenbild eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel kommt die GKV nur dann für die Behandlungskosten auf, wenn der Patient unter chronischen Beschwerden an seinem Knie oder an der Wirbelsäule leidet.

Außerdem müssen die Schmerzen bereits seit wenigstens sechs Monaten andauern. Darüber hinaus darf die Akupunktur ausschließlich von einem Arzt vorgenommen werden, der eine entsprechende Ausbildung aufweist. Bei den privaten Krankenkassen fallen die Optionen günstiger aus, was allerdings vom jeweiligen Tarif abhängt.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Komplikationen oder Nebenwirkungen zeigen sich bei einer Akupunktur nur sehr selten. Meistens handelt es sich dabei um Unwohlsein, Wärmegefühle, Hämatome (Blutergüsse) oder zeitweilige Rötungen der Haut. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sich nach der ersten Akupunktur-Sitzung die Beschwerden vorübergehend verschlimmern.

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