Afterjucken nach Stuhlgang

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
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Unter Afterjucken nach dem Stuhlgang leiden viele Personen. Nicht selten verbergen sich Erkrankungen wie Stuhlinkontinenz oder Hämorrhoiden dahinter. In manchen Fällen kommen neben dem Afterjucken auch weitere Symptome wie Schmerzen, Fremdkörpergefühle, Brennen, Nässen, Stuhldrang oder Ausfluss vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Afterjucken nach Stuhlgang ?

Afterjucken betrifft den Analbereich. Die medizinische Fachbezeichnung lautet Pruritus ani. Gemeint sind damit juckende Missempfindungen, die am Anus vorkommen, der den Ausgang des Enddarms bildet. Afterjucken nach dem Stuhlgang ist relativ weit verbreitet. Wie viele Menschen letztlich pro Jahr davon betroffen sind, ließ sich jedoch nicht ermitteln. So vermeiden es die meisten Menschen aus Scham, bei weniger intensivem Juckreiz einen Arzt zu konsultieren.

Schätzungen zufolge tritt das Afterjucken bei 1 bis 5 Prozent aller Bundesbürger auf, wobei Männer wesentlich häufiger unter diesem Problem leiden als Frauen. In den meisten Fällen zeigt sich das unangenehme Symptom im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Aber auch Kinder können nach dem Stuhlgang unter Afterjucken leiden. Nicht selten dauern die Beschwerden mehr als ein Jahr lang an.

Ursachen

Die Ursachen für Afterjucken nach dem Stuhlgang sind höchst unterschiedlich. So kann es sich um anale oder dermatologische Erkrankungen handeln. Als harmlos gilt ein kurzer Juckreiz, der rasch wieder zurückgeht. Meist wird er durch unterschiedliche Speisen ausgelöst, durch deren Inhaltsstoffe allergische Reaktionen entstehen. Außerdem können sie sich begünstigend auf den Juckreiz im Afterbereich auswirken. Meist handelt es sich bei den Auslösern um scharf gewürzte Nahrungsmittel, Milchprodukte, Nüsse, salzhaltige Speisen oder Koffein.

Die häufigste Ursache für Afterjucken nach dem Stuhlgang stellen jedoch Hämorrhoidalleiden dar. Unter Hämorrhoiden werden pathologische Erweiterungen von Gefäßgeflechten verstanden, die am Ende des Mastdarms angesiedelt sind. Bei einem Hämorrhoidalleiden kommt es zu einer Reizung der überaus empfindlichen Haut am Ausgang des Darms. Grund dafür ist eine Beeinträchtigung der Feinkontinenz aufgrund einer ständig feuchten Umgebung.

Ebenso kann Stuhlinkontinenz die Haut reizen und Juckreiz nach sich ziehen. Begünstigend auf chronischen Durchfall wirken sich Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa aus. Eine Rolle spielt dabei auch das häufige Abwischen des Afters im Anschluss an den Toilettengang. Der Kontakt mit dem Stuhl und dem Toilettenpapier führt wiederum zum Entstehen von unangenehmem Juckreiz. Als weitere proktologische Ursachen kommen Fisteln, Verletzungen an der Analhaut wie Analfissuren sowie ein Analprolaps in Betracht. Mitunter wird der Juckreiz nach dem Stuhlgang auch durch neu entstandenes Körpergewebe wie Polypen oder ein Analkarzinom hervorgerufen.

Bei rund 50 Prozent aller Patienten sind dermatologische Ursachen für das Afterjucken nach dem Toilettengang verantwortlich. Nicht selten verbirgt sich eine entzündliche Hautreaktion wie ein Perianalekzem hinter den Beschwerden. Allerdings stellt das Perianalekzem ebenso wie der Juckreiz keine eigenständige Erkrankung, sondern lediglich ein Symptom dar. Verursacht wird es bei den meisten Menschen durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten, Chemikalien, Reibung oder ein feuchtes Milieu. Auch Hauterkrankungen wie Acne inversa, Lichen ruber planus, autoimmunbullöse Dermatosen oder Psoriasis inversa können der Auslöser von Afterjucken nach dem Stuhlgang sein.

Vorsicht ist zudem bei Diabetikern geboten. So kommt es gerade bei ihnen häufig zu Juckreiz in der Analregion. Denkbare internistische Auslöser sind Erkrankungen der Schilddrüse, der Leber oder des Blutes, Störungen des Immunsystems, Pilzinfektionen, Herpes Zoster oder Erkrankungen, deren Übertragung durch Geschlechtsverkehr erfolgt. Nicht selten leiden auch Mädchen im Kindesalter unter Juckreiz am After.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Sind harmlose Ursachen wie Kontaktallergien auf Chemikalien, die in Toilettentüchern oder Waschlotionen enthalten sind, der Grund für das Afterjucken nach dem Stuhlgang, bedarf es keiner ärztlichen Kontrolle. Dauert der Juckreiz jedoch über einen längeren Zeitraum an oder erreicht quälende Ausmaße, ist der Gang zum Arzt nicht zu vermeiden. Als geeignete Ansprechpartner gelten Spezialisten wie Dermatologen oder Proktologen. Diese können schwerwiegende Ursachen für die Symptome wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder einen Tumor feststellen.

In einem Gespräch erfragt der Arzt, unter welchen Beschwerden der Patient konkret leidet. Von Bedeutung sind außerdem Informationen über mögliche Vorerkrankungen am Darm oder Unregelmäßigkeiten des Stuhls. Anschließend tastet der Mediziner die Analregion ab. Auch eine Proktoskopie mit einem Endoskop ist möglich. Haut und Schleimhaut werden einer gründlichen Kontrolle unterzogen, um eventuelle Infektionen festzustellen. Einen typischen Verlauf gibt es bei Afterjucken nach dem Stuhlgang nicht. So richtet sich dieser nach der auslösenden Ursache. Bei mechanischen Reizungen wie durch Hämorrhoiden zeigt sich der Juckreiz beständig und bleibt gleich, solange das Hämorrhoidalleiden andauert. Im Falle von kleineren Verletzungen lassen die Beschwerden nach, wenn es zur Abheilung der Wunden kommt.

Behandlung und Therapie

Die Therapie des Afterjuckens richtet sich nach der auslösenden Ursache. Der Arzt befasst sich also in der Regel mit deren Beseitigung. Ist dies gelungen, geht auch automatisch der Juckreiz zurück. Bei einem Diabetiker ist dazu beispielsweise ein optimales Einstellen seines [[Blutzucker]s erforderlich. Verletzungen am After, die sich nicht entzünden und von selbst heilen, benötigen keine Behandlung. Ist es nicht möglich, die Ursache rasch zu beheben, kann auch eine symptomatische Therapie stattfinden. Zu diesem Zweck erhält der Patient Cremes, die über eine entzündungshemmende oder lokal betäubende Wirkung verfügen.

Eine weitere Therapiemöglichkeit stellen Sitzbäder dar. Wichtig ist außerdem eine gründliche und zugleich schonende Analhygiene. Diese umfasst das Reinigen des Afters mit Wasser nach jedem Stuhlgang, um Kotreste vollständig zu entfernen. Das Toilettenpapier sollte trocken und weich sein. Mit dem Toilettenpapier tupft der Patient seine Intimregion trocken. Als hilfreich gilt zudem das Tragen von Unterwäsche aus Baumwolle. Diese verhindert, dass der Analbereich zu feucht und zu warm wird.



Vorbeugung

Um Juckreiz nach dem Stuhlgang zu verhindern, wird eine regelmäßige Pflege des empfindlichen Analbereichs empfohlen. So ist seine gründliche Reinigung nach dem Stuhlgang überaus wichtig. Außerdem sollte auf den Genuss von scharf gewürzten Speisen, Milchprodukten, Nüssen, Koffein und Alkohol weitgehend verzichtet werden. Weiterhin empfiehlt es sich, auf den Gebrauch von feuchtem Toilettenpapier zu verzichten, da sich in diesem Stoffe befinden können, die sich negativ auf den Schutzmantel der Haut auswirken.

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