Afterjucken beim Kind

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Juli 2017
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Afterjucken bei einem Kind ist kein ungewöhnliches Erscheinungsbild. Auf dem Weg des Heranwachsen müssen Vorgänge und hygienische Abläufe erst erlernt werden, so dass es häufig zum Afterjucken aufgrund unzureichender Hygiene kommen kann. In einigen Fällen werden die Beschwerden durch Erkrankungen ausgelöst, die gut behandelbar sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Afterjucken?

Das Afterjucken tritt bei nahezu jedem Kind während des Entwicklungsprozesses auf. Es handelt sich meist um keinen besorgniserregenden Zustand. In vielen Fällen werden die Beschwerden durch unzureichende Hygienemaßnahmen ausgelöst, die das Kind erst durch eine Betreuung der Erwachsenen erlernen muss.

Dennoch können sich auch Keime im Organismus befinden, die zu den Symptomen führen. Bakterien, Viren oder Würmer sind die häufigsten Verursacher. Sie können gut und schnell von einem Arzt behandelt werden, so dass keine dauerhaften Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Bei einigen Kindern wird das Afterjucken durch eine allergische Reaktion ausgelöst. Sofern die Ursache gefunden ist, kommt es durch Vermeidung der betreffenden Stoffe schnell zu einer Linderung der Beschwerden.

Ursachen

Zu den Ursachen gehören bei Kindern in den meisten Fällen hygienische Gründe. Das Afterjucken wird häufig durch Rückstände des Toilettenganges verursacht. Darüber hinaus können allergische Reaktionen auf die genutzten Körperpflegeprodukte oder Waschmittel bestehen. Cremes, Salben und Duschgele enthalten Inhaltsstoffe, die bei empfindlichen Kindern zu einem Afterjucken führen.

In den Kleidungsstücken der Unterwäsche oder der Bettwäsche können sich Fasern befinden, auf denen das Kind mit einer Unverträglichkeit reagiert. Eine weitere häufige Ursache ist das Vorhandensein von Keimen. Bakterien, Viren oder Würmer können das unangenehme Afterjucken auslösen. Wurde die Haut am Po rund um den After beschädigt, tritt ebenfalls häufig Afterjucken auf.

Entdeckt das Kind seinen Körper, kann es sein, dass es an seinen eigenen Körperöffnung spielt. Dabei können Verletzungen der Haut entstehen, die bei einem stattfindenden Heilungsprozess zu einem Juckreiz führen. Risse der Haut, Pickel oder Schwellungen können die Beschwerden verursachen.

In seltenen Fällen werden die Symptome durch die Nutzung von Toilettenpapier ausgelöst. Feuchtes oder normales Toilettenpapier kann parfümiert sein oder zusätzliche Inhaltsstoffe enthalten, die das Kind nicht verträgt. Bei der Einnahme von Medikamenten kann es ebenfalls zu einer Unverträglichkeit kommen. Zäpfchen, die zur Behandlung von Erkrankungen in den After eingeführt werden, können bei Kindern zu den Beschwerden führen.

Eine Entzündung im Analbereich (Analekzem) ist häufig die Ursache von Afterjucken.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist nicht notwendig, wenn das Afterjucken durch hygienische Gründe verursacht ist. Nach einigen ausreichenden Waschgängen und dem Wechseln der Kleidung kommt es meist automatisch zu einer Reduzierung der Beschwerden. Breitet sich der Juckreiz aus oder nimmt er an Intensität zu, muss ein Arzt aufgesucht werden. Treten Rötungen der Haut, Hautbeschädigungen oder Schwellungen auf, muss ebenfalls ein Arzt konsultiert werden. Bei Blutungen oder ungewöhnlichen Veränderungen am After, sind die Symptome von einem Arzt abklären zu lassen. Vermeidet das Kind über mehrere Tage den Toilettengang, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Treten daraufhin Bauchschmerzen oder Druckgefühle im Unterleib auf, ist ein Arztbesuch notwendig.

Diagnose und Verlauf

In den meisten Fällen wird keine Diagnose benötigt. Bei hygienischen Gründen können Erziehungsberechtigte über den Sichtkontakt die vorliegenden Probleme gut erkennen und selbständig Maßnahmen einleiten, die eine Linderung der Beschwerden bewirkt. Innerhalb kurzer Zeit erlebt das Kind eine vollständige Beschwerdefreiheit. Kann eine Verschmutzung des Afters ausgeschlossen werden, kommt es meist zu einer Zunahme der Beschwerden. Ein Kinderarzt stellt dann die Diagnose, nachdem er einen Hautabstrich entnommen hat und diese labortechnisch untersucht wurde. Der Laborbericht enthält Hinweise auf die Ursache, die in fast allen Fällen medikamentös behandelt werden kann. Eine Linderung des Juckreizes ist anschließend innerhalb weniger Tage oder Wochen zu erwarten.

Komplikationen

Befinden sich am After Keime, besteht die Gefahr, dass sich das Kind beim Erforschen des eigenen Körpers am After juckt und diese auf die Hand sowie anschließend in den Mund überträgt. Auf diesem Weg gelangen die Verursacher des Juckreizes an weitere Körperstellen sowie in das Körperinnere. Es besteht das Risiko, dass sie sich weiter ausbreiten und Krankheiten auslösen. Kratzt sich das Kind am Po, können Risse und Hautbeschädigungen eintreten. Über die offenen Wunden können ebenfalls Keime in den Organismus gelangen. In schweren Fällen droht eine Blutvergiftung, die unerkannt einen tödlichen Verlauf haben kann.

Behandlung und Therapie

In den wenigsten Fällen ist beim Afterjucken des Kindes eine medizinische Behandlung oder Therapie notwendig. Das intensive Üben und ausgiebige Trainieren eines sauberen Toilettenganges gemeinsam mit dem Kind steht beim Afterjucken an erster Stelle. Die Abläufe müssen kontrolliert und wenn notwendig von den Betreuern des Kindes korrigiert werden, damit sich die Beschwerden reduzieren. Hat das Kind in der Natur gespielt, genügt es, wenn es gründlich abgeduscht und von den Überresten des Sandes oder des Grases befreit wird. Zusätzlich ist die Kleidung des Kindes zu wechseln, damit die Verursacher des Juckreizes nicht darüber wieder in die betroffene Region gelangen können.

Sollte eine medizinische Behandlung aufgrund eines Befalls von Viren, Bakterien oder Würmern notwendig sein, werden durch den Arzt Präparate zur inneren wie auch äußeren Anwendung verschrieben. Tabletten werden dem Kind verabreicht, um die Keime im Körperinneren zu stoppen. Gleichzeitig wird das Immunsystem mit zusätzlichen Möglichkeiten unterstützt und stabilisiert. Darüber hinaus können Cremes und Salben aufgetragen werden, um die Regeneration der Haut zu fördern und die Schutzschicht der Haut zu stärken. In seltenen Fällen werden Zäpfchen verschrieben, die in den After eingeführt werden, wo sie sich auflösen und ihre Wirkung entfalten.



Aussicht und Prognose

Das Afterjucken bei dem Kind ist im Normalfall innerhalb kurzer Zeit vollständig verschwunden. Bei hygienischen Ursachen ist das Kind ist meist bereits nach wenigen Stunden oder Tagen vollkommen beschwerdefrei und wird auch in der Zukunft keine Beeinträchtigungen haben. Bei einer vorliegenden Erkrankung dauert der Heilungsprozess ebenfalls nur einige Tage oder wenige Wochen, bis die Ursache gefunden ist und die verabreichten Medikamente wirken.

Vorbeugung

Um das Afterjucken bei einem Kind vorbeugend zu begegnen, ist eine ausreichende und gründliche Reinigung notwendig. Nach jedem Toilettengang sollten Eltern gewissenhaft überprüfen, ob das Kind genügend Sauberkeit bei der Entfernung der Reste des Stuhlgangs angewendet hat.

In den ersten Lebensjahren müssen die routinierten Vorgänge über mehrere Monate trainiert und geübt werden. Auch danach sollte das Kind regelmäßig darauf hingewiesen werden. Es empfiehlt sich, nachdem das Kind den Toilettengang bereits gelernt hat, in größeren Abständen eine Kontrolle mit notwendigen Korrekturen durchzuführen. Zusätzlich sind die Kleidungsstücke regelmäßig zu begutachten. Ein Wechsel der Kleidung muss stattfinden und verdreckte Unterwäsche sollte nicht erneut angezogen werden.

Bücher über Darmbeschwerden

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Renz-Polster, H., Krautzig, S., Braun, J. (Hrsg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2011
  • Hautmann, R. (Hrsg.): Urologie. Springer, Berlin 2010

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