Adynamie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Mai 2017
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Die Adynamie ist ein Zustand starker Antriebslosigkeit und Erschöpfung. Sie entsteht in Folge körperlicher und seelischer Störungen und äußert sich durch eindeutige Symptome. Die Behandlung konzentriert sich auf die Ursachen des Erschöpfungszustandes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Adynamie?

Als Adynamie wird ein Zustand großer Müdigkeit und Erschöpfung beschrieben, der meist plötzlich und in Verbindung mit Erkrankungen wie dem Burnout-Syndrom auftritt. Zu den Symptomen zählen unter anderem Antriebslosigkeit und eine große Ermüdung sowie Gelenk- und Muskelschmerzen, depressive Verstimmungen und chronischen Magen-Darm-Probleme. Die Behandlung der Beschwerden erfolgt dementsprechend meist physiotherapeutisch und in Kombination mit verschiedenen Medikamenten und an die Ursache angepassten Therapiemaßnahmen wie etwa Diäten oder eine Reduzierung des alltäglichen Stresses durch Entspannugsmethoden. Am ehesten lässt sich eine Adynamie allerdings durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Adynamie sind bislang nicht vollständig geklärt. Vermutlich bedarf es verschiedenster Faktoren, die im Zusammenspiel zu einem chronischen Erschöpfungszustand führen. Zu den möglichen Auslösern gehören Infektionskrankheiten, Fehlfunktionen des Immunsystems und Nährstoffmangel zum einen, und psychische Belastungen wie traumatische Lebenserfahrungen und Depression zum anderen. Vermutet wird außerdem, dass eine einseitige Ernährung vorhandene Störungen zumindest verstärken kann. Ebenso Giftstoffe und Bakterien wie Legionellen und Chlamydien. Einen eindeutigen Nachweis dafür, dass einzelne Krankheitserreger zu einer Adynamie führen, gibt es bislang nicht. Es ist anzunehmen, dass auch die genetische Veranlagung und der Allgemeinzustand des Betroffenen zum Zeitpunkt einer stressigen Lebensphase eine Rolle spielt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Adynamie:

Eine Adynamie äußert sich in erster Linie durch eine deutlich beschleunigte Erschöpfbarkeit, die meist relativ plötzlich und auch bei wenig anstrengenden Tätigkeiten auftritt. Damit einhergehend kann es zu Kopfschmerzen, akuten oder chronischen Muskelschmerzen, Benommenheit, Bauchkrämpfen und Fieber kommen. Weitere körperliche Symptome: Hals- und Gelenkschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Reizdarmsyndrom und Frösteln. Je nach Schwere können die körperlichen Beschwerden ihrerseits zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes führen.

Betroffene klagen meist über eine erhöhte Reizbarkeit, einhergehend mit Schlafstörungen und der Unfähigkeit, sich innerhalb einer normalen Zeitspanne zu erholen. Dadurch kommt es im Verlauf zu weiteren Begleiterscheinungen wie Depression und Apathie. Die Symptome können sich zu einer lähmenden geistigen und körperlichen Ermüdung entwickeln, die nicht mit der normalen Erschöpfung zu vergleichen ist. Die Beschwerden verschwinden durch Schonung und Schlaf nicht, stattdessen verschlimmert sich der Erschöpfungszustand bereits durch durchschnittliche Belastungen. Oft geschieht nicht unmittelbar, sondern verzögert nach 12 bis 40 Stunden. Von einer Adynamie wird dann gesprochen, wenn die Symptome über einen Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten oder länger bestehen bleiben.

Diagnose

Die Adynamie ähnelt in ihrem Erscheinen diversen anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel einer Schilddrüsenunterfunktion, allergischen Reaktionen und Infektionserkrankungen wie Hepatitis und Tuberkulose. Der Arzt muss deshalb zunächst andere Krankheiten ausschließen und anhand der beschriebenen Symptome die Grunderkrankung ermitteln. Hierzu werden verschiedene Blut- und Urinuntersuchungen vorgenommen, die unter anderem aufzeigen, ob das zelluläre Immunsystem geschädigt ist und ob die Entzündungswerte erhöht sind.

Ob eine Adynamie vorliegt, lässt sich anhand verschiedener Kriterien entscheiden: die Beschwerden müssen seit mehr als sechs Monaten bestehen, bessern sich auch durch Schlaf und Entspannugsmaßnahme nicht und können nicht auf eine permanente Überlastung zurückgeführt werden. Trifft eines oder mehrere der Kriterien zu, kann von einer Adynamie ausgegangen werden. Mögliche Schlafstörungen und Beeinträchtigungen der Gedächtnisleistung können im Schlaflabor festgestellt werden.

Eine Untersuchung im Schlaflabor macht auch dann Sinn, wenn die genaue Ursache der Erschöpfung durch klassische Untersuchungsmaßnahmen nicht ermittelt werden kann. Durch die Betrachtung der ausgewerteten Daten auf der einen Seite und die beobachteten Beschwerden auf der anderen Seite, kann der Arzt im Anschluss eine eindeutige Diagnose stellen und in Rücksprache mit dem Patienten die Behandlung einleiten.

Komplikationen

Die Beschwerden und Komplikationen bei der Adynamie hängen stark von ihrer Ursache, der Ausprägung und der Dauer der Krankheit ab. In den meisten Fällen leidet der Patient allerdings an einem allgemeinen Krankheitsgefühl und an einer starken Erschöpfung, die nicht direkt auf ein bestimmtes Symptom oder auf eine Tätigkeit zurückgeführt werden kann. In Regel kann der Betroffene dadurch nicht mehr aktiv am Leben und an sozialen Events teilnehmen und ist in seinem Alltag extrem eingeschränkt. Auch körperliche Tätigkeiten und sportliche Aktivitäten sind nicht mehr möglich.

Es kommt ebenso zu Schlaflosigkeit und oft zu psychischen Problemen oder Depressionen. Durch die ständige Müdigkeit leiden die meistens Patienten auch an Traurigkeit. Diese kann im schlimmsten Falle zu Selbstmordgedanken und schließlich zu Selbstmord führen. Weitere Komplikationen hängen stark von der Grunderkrankung ab. Sollte die Adynamie zum Beispiel aufgrund eines Tumors auftreten, so kann es dabei im ungünstigen Falle zum Tode kommen. Die Behandlung selbst erfolgt dabei nach der Ursache und führt in der Regel selbst zu keinen weiteren Komplikationen. Allerdings müssen hierbei die Beschwerden und Komplikationen der Grunderkrankung beachtet werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Adynamie konzentriert sich auf die Behandlung der einzelnen Symptome und setzt sich aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen zusammen. Bei Gelenk- und Kopfschmerzen werden schmerzlindernde Arzneimittel verschrieben, während bei chronischer Müdigkeit und Abgeschlagenheit Präparate wie Captagon, AM1 oder Ritalin in Frage kommen. Daneben werden bestimme psychotherapeutische Maßnahmen eingesetzt, um die Symptome zu lindern.

Die kognitive Verhaltenstherapie hilft Betroffenen dabei, Schlafstörungen zu überwinden und leichter zu entspannen. Daneben ist oftmals eine Ernährungsumstellung sinnvoll: Vitamine und Nährstoffe fördern die Aktivität des Immunsystems und beugen allgemeiner Erschöpfung vor, während der Verzicht auf ungesunde Ernährung, Alkohol und Zigaretten das allgemeine Wohlbefinden verbessern kann. Die Therapie der Adynamie konzentriert sich ansonsten darauf, die Erschöpfung nach und nach zu lindern und die aktiven Phasen zu verlängern. Dies gelingt durch eine Neustrukturierung des Alltags und verschiedene Entspannungsmethoden, gegebenenfalls auch durch Medikamente, die den Genesungsprozess unterstützen können.

Darüber hinaus müssen depressive Zustände und Angststörungen separat behandelt werden, was im Rahmen einer oftmals langwierigen Therapie geschieht. Die jeweiligen Therapiemaßnahmen sind abhängig von der Ausprägung der Erkrankung und der Konstitution des Patienten sowie dessen Krankengeschichte. Patienten, die unter einer Tagesschlafsucht leiden, werden mit Hilfe von Entspannungstechniken, Arzneimitteln und Co. behandelt. Unter Umständen liegt auch ein Unter- oder Übergewicht als Ursache zugrunde, welches im Rahmen einer umfassenden Diät, oft begleitet durch psychologische Beratung, behandelt werden muss. Vorbeugende Maßnahmen tragen dazu bei, den Ausbruch einer Adynamie künftig zu vermeiden.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Adynamie empfiehlt sich eine gesunde Lebensweise mit reichlich Sport, ausgewogener Ernährung und Verzicht auf Alkohol und Zigaretten. Durch die Vermeidung von Stress kann einer Überlastung des Körpers und der Entstehung typischer Erkrankungen, die eine Erschöpfung bedingen, vorgebeugt werden. Bestehende körperliche und seelische Störungen gilt es rasch zu behandeln, um eine Verstärkung der Beschwerden und die Entstehung von Begleitsymptomen zu vermeiden. Liegt bereits eine Depression oder eine körperlicher Störung wie etwa Morbus Addison vor, sollte Stress im Alltag gänzlich vermieden werden. Der regelmäßige Routine-Check beim Hausarzt hilft, ernsthafte Erkrankungen und Störungen zu erkennen und frühzeitig zu behandeln, wodurch sich schwerwiegende Probleme in den meisten Fällen vermeiden lassen.

Bücher über Antriebslosigkeit

Quellen

  • Burisch, M.: Das Burnout-Syndrom, Springer Verlag, 4. Auflage 20101
  • Dilling, H. & Freyberger, H.J.: Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, Huber Verlag, 6. Auflage 2012
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Bergner, T. M. H.: Burnout-Prävention. Schattauer, Stuttgart 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012

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