Abszess am Bein

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. Mai 2017
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Abszesse treten an Körperstellen auf, die leicht von Bakterien und Viren erreicht werden können. Da die Schutzschicht des Menschen, die Haut, oft geschwächt wird, greifen Bakterien schnell an diesen Stellen an. Gerade die Beine des Menschen sind oftmals in mehrfacher Hinsicht Schwachstellen und so kommt es zu einem Abszess am Bein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Abszess am Bein?

Dringen Fremdkörper in das Körpergewebe ein, so wird das Immunsystem sofort versuchen, diese abzuwehren. Dabei entsteht Eiter, der, wenn er nicht abfließen kann, im Körper verbleibt. Ärzte sprechen dann von einem Abszess. Abszesse sind lediglich Eiterbeutel, die gegenüber dem Körpergewebe abgekapselt sind. Wenn sie oberflächennah entstehen, werden sie in der Literatur als Furunkel bezeichnet. Breiten sie sich über kleine Kanäle ins Körperinnere aus als Fistel.

Während Furunkel schnell abheilen sind Abszesse und Fisteln sehr langwierige Krankheitserscheinungen und können sogar lebensbedrohliche Formen annehmen. Wenn sich der Eiter in andere Hohlräume des Körpers ausbreitet, wie zum Beispiel in die Beinmuskeln, so können dort ebenfalls Abszesse entstehen. Gelangt der Eiter in die Blutbahn besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Aber auch als abgekapselter Abszess können bereits gravierende Beeinträchtigungen in der Beinaktivität auftreten. Gehen und Sitzen fällt schwer oder kann sogar unmöglich werden.

Abszesse werden häufig bei der täglichen Pflege vernachlässigt und sie müssen natürlich bei allen Tätigkeiten des Menschen benutzt werden. Oftmals stecken die Beine in zu enger Kleidung, werden gestoßen oder anderweitig irritiert. Die Folge sind kleine Hautverletzungen, die Angriffsmöglichkeiten zur Bildung von Abszessen an den Beinen bieten.

Ursachen

  Die medizinische Literatur gibt unterschiedliche Ursachen für die Bildung von Abszessen an. Allen gemein ist, dass sich Bakterien oder Viren, die normalerweise auf der Haut leben, durch die Haut hindurch im Gewebe ansiedeln. Besonders anfällig sind deswegen Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Bakterien können dabei das Körpergewebe schädigen und eine Immunantwort des Körpers anregen. Dabei entsteht Eiter, der nicht abfließen kann. Durch Zersetzen des Körpergewebes bildet sich ein Hohlraum, in dem sich der Eiter sammelt. Der Körper kapselt diesen Bereich ab, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Dadurch bildet sich ein Eiterbeutel im Gewebe, der sich im Laufe der Zeit vergrößern kann. Bricht er in benachbarte Hohlräume auf und ergießt sich der Eiter in diese, können weitere Abszesse entstehen.

Es besteht dann die Gefahr von Vergiftungserscheinungen im Körper. Abszesse im Körperinneren heilen nicht von alleine ab. Sie können aber größer werden, da benachbartes Gewebe ebenfalls angegriffen wird. Es besteht auch die Gefahr einer Fistelbildung. Liegt der Abszess oberflächennah, besteht die Möglichkeit, dass sich der Eiter nach außen ergießt. Es kann aber zu einer Streuung kommen, da die Bakterien möglicherweise benachbarte Körperstellen besiedeln. Eine Selbstbehandlung kann die Symptome nur verschlimmern.

Wann zum Arzt?

Eine Schwellung am Bein, die sich ohne einen ersichtlichen Grund einstellt und sich nicht innerhalb weniger Tage zurückbildet, sollte von einem Arzt abgeklärt werden. Bei einer Schmerzbildung am Bein oder einer Zunahme der Schwellung ist es notwendig, die Beschwerden ärztlich untersuchen zu lassen. Kommt es zu weiteren Veränderungen des Gewebes, ist ein Arztbesuch ebenfalls ratsam.

Treten Beeinträchtigungen der Fortbewegung auf, kann das Bein nicht mehr wie gewohnt belastet werden oder kommt es zu einer Schiefhaltung des Körpers, ist ein Arzt aufzusuchen. Bei einem Flüssigkeitsaustritt aus der Gewebeveränderung am Bein sollte diese von einem Arzt untersucht werden. Veränderungen der Haut, Rötungen oder offene Wunden sind einem Arzt vorzustellen. Viren oder Bakterien können über die verletzten Hautschichten in den Organismus gelangen und weitere Erkrankungen auslösen.

Bildet sich Eiter, besteht die Gefahr, dass dieser ins Blut gelangt und zu einer Blutvergiftung führen kann. Daher ist ein frühzeitiger Arztbesuch notwendig. Ein allgemeines Unwohlsein, Schwäche, Müdigkeit oder Fieber sind Symptome, die von einem Arzt abgeklärt werden müssen. Leidet der Betroffene unter einem geschwächten Immunsystem, sollte er grundsätzlich einen Arzt aufsuchen, um entsprechende Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen. Der Schutz vor Keimen ist herabgesetzt und führt häufig wiederholt zur Bildung eines Abszesses.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Abszess am Bein:

Aufgrund seiner Entstehung als Entzündung wird ein Abszess durch sehr stark gerötete Haut erkannt. Die Region kann auch erwärmt sein. Da sich der Eiterbeutel stark vergrößert lässt sich eine Schwellung am Bein erkennen. Liegt der Abszess relativ nah unter der Haut, kann der Beutel durch Tasten erfühlt werden. Von ihm geht ein pochender Schmerz aus. Je nach Lage des Eiterbeutels können auch wichtige Beinfunktionen beeinträchtigt sein.

Liegt der Abszess im Inneren des Beins und kann nicht von außen gesehen werden, sind Fieber und Unwohlsein mit Beinschmerzen ein Indiz. Fällt das Gehen und Sitzen immer schwerer oder lässt sich das Knie nicht mehr bewegen, so ist die auch ein Zeichen für einen sich entwickelnden Abszess. Dies wird andauern bis sich der Eiterbeutel entleeren kann. Im Körperinneren kann er sich nur in benachbartes Gewebe entleeren, was zu einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes führen würde.

Diagnose

Der Arzt kann einen Abszess am Bein durch Begutachtung und Ertasten feststellen. Liegt der Abszess oberflächennah, reichen die allgemein beschriebenen Symptome bereits aus. Liegt der Abszess jedoch tief, kann lediglich eine Blutuntersuchung einen ersten Hinweis liefern. Ist das Blut stark mit weißen Blutkörperchen durchsetzt, ist dies ein Hinweis auf eine innere Infektion. Der Arzt wird dann die Beine mithilfe von Computertomographie oder Ultraschall untersuchen.

Auch Röntgen hilft, den Abszess zu lokalisieren. Auf den Bildern erkennt der Arzt, wo sich der Abszess befindet und wie er aufgebaut ist. Er kann nicht nur beweisen, dass es sich um einen Abszess handelt, sondern auch, ob er bereits gestreut hat, also eine Fistel ausgebildet hat. Bei weiteren Patientengesprächen und Untersuchungen wird der Arzt nun herausfinden wollen, was die Ursachen des Abszesses waren. Dies kann nicht immer eindeutig geklärt werden, aber ein intensives Gespräch mit dem Patienten kann erste Hinweise liefern. Besteht der Verdacht, dass sich der Abszess aufgrund von Verschleppung aus benachbarten Organen gebildet hat, müssen auch diese später behandelt werden, um weitere Abszesse zu vermeiden.

Komplikationen

Ein Abszess am Bein kann natürlich auch zahlreiche Komplikationen hervorrufen, die in der Regel immer von einem Arzt untersucht und entsprechend behandelt werden sollten. Bleibt ein Abszess am Bein völlig ohne ärztliche Versorgung, dann geht die betroffene Person ein großes Risiko ein. Nicht selten vergrößert sich ein Abszess innerhalb kurzer Zeit. Die Eiterbildung nimmt zu und es können auch stärkere Schmerzen hinzukommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, da ohne eine Behandlung die Eiterflüssigkeit nicht richtig abfließen kann. Somit besteht die akute Gefahr einer Blutvergiftung, falls die darin befindlichen Krankheitserreger in den Blutkreislauf gelangen. Wer diese Komplikationen vermeiden möchte, der sollte sich bereits bei ersten Anzeichen eines Abszesses am Bein in ärztliche Behandlung begeben.

Allerdings können auch nach der erfolgreichen Behandlung eines Abszesses am Bein verschiedene Komplikationen entstehen. Im Heilungsprozess liegt eine offene Wunde vor, die natürlich sauber und rein gehalten werden muss. Betroffene Personen die an dieser Stelle die notwendige Hygiene vernachlässigen, setzen sich der Gefahr einer weiteren Entzündung aus. Die offene Wunde kann sich unter Umständen entzünden und somit kann es wiederholt zur Bildung von Eiterflüssigkeit kommen. Somit gilt: Ein Abszess am Bein birgt ein großes Risiko für Entzündungen. Nur durch eine frühzeitige Behandlung durch einen Arzt und mit entsprechenden Medikamenten können schwerwiegende Komplikationen vermieden werden.

Behandlung und Therapie

An den Beinen kann die Behandlung im Frühstadium mit Zugsalben erfolgen. Diese lassen nicht so tief liegende Abszesse schnell reifen, so dass sich ihr Inhalt schnell nach außen ergießt. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass Bakterien auf andere Körperstellen übertragen werden. In den meisten Fällen wird ein kleiner operativer Eingriff bei lokaler Betäubung erfolgen. Ist der Abszess tief sitzend, wird meist mit Vollnarkose operiert, vor allem auch dann, wenn der Abszess sich zu einer Fistel entwickelt hat. Bei dem Eingriff öffnet der Arzt den Abszess mittels Punktierung und lässt den Eiter ausfließen. Danach entfernt er das tote Gewebe und reinigt den Hohlraum.

Um weiteren Eiter ausfließen zu lassen wird entweder eine kleine Kanüle angelegt oder antibakterielle Tücher eingebracht. Die Wunde wird nicht vernäht. Es bleibt später nur eine kleine Narbe übrig. Normalerweise ist eine Infusion mit Penicillin oder anderen Antibiotika nicht notwendig. Die Wunde schließt sich innerhalb von zwei Wochen. Danach erfolgt je nach Situation die Behandlung der ursächlichen Krankheitsbilder.



Vorbeugung

Wer einen Abszess vorbeugen möchte, muss auf die Gesundheit seiner Haut achten. Sind Hautirritationen zu erkennen oder kleine Verletzungen im Alltag entstanden, dann muss die Region gereinigt werden. Viele Frauen, die sich die Beine rasieren, müssen mit desinfizierenden Mitteln die Bakterien abtöten. Generell gilt ein gesundes Immunsystem als Schutz vor Infektionskrankheiten. Wer sich gesund ernährt und Sport treibt, stärkt den Körper. Einen Abszess wird so niemand verhindern können, aber zumindest den Körper bei dessen Abwehr unterstützen.

Bücher über Abszesse

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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