Abszess am Auge

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Juli 2017
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Abszesse treten an allen Körperteilen des Menschen auf, insbesondere an den Stellen, die Kontaktzonen von Bakterien sind. Das Auge ist eher selten von Abszessen betroffen, aber medizinische Studien belegen deren Auftreten. Ein Abszess am Auge ist nicht nur aus ästhetischen Gründen ein Problem, sondern auch in physischer Hinsicht. Gerade im Gesicht laufen viele Blut- und Lymphbahnen zusammen. Das Gehirn ist nicht weit entfernt und auch die Atemwege können eine rasche Ausbreitung beschleunigen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Abszess am Auge?

Ein Abszess ist ein in sich geschlossener Eiterbeutel, der sich in Körpergewebe gebildet hat. Abszesse sind keine zu groß geratenen Pickel, sondern von außen ins Gewebe getragene Infektionskrankheiten. Abszesse kommen überall vor und sind in vielen Fällen sehr schwer zu erkennen. Am Auge sind Abszesse dagegen oft sehr leicht zu diagnostizieren. Liegt der Eiter oberflächennah und ist sichtbar, sprechen Ärzte von einem Furunkel.

Breitet sich ein Abszess ins Körperinnere aus, so wird diese Form als Fistel bezeichnet. Obwohl Abszesse eigenständige, in sich selbst beständige Systeme darstellen, können sie in seltenen Fällen lebensbedrohlich werden. Es besteht die Gefahr, dass der Eiter im Inneren des Abszesses sich in benachbarte Hohlräume, Lymphsysteme oder in die Blutbahn ergießt. Dann drohen Infektionskrankheiten bis hin zu einer schweren Blutvergiftung. Bei Verdacht auf einen Abszess gilt es, sofort den Arzt aufzusuchen.

Ein Abszess am Auge kann starke Schmerzen verursachen. Die Eitersammlung sollte schnell durch einen Arzt entfernt werden, um eine Eiterausbreitung zu vermeiden.

Ursachen

  Durch kleine Verletzungen, Splitter, Insektenstiche, aber auch einfache Hautirritationen können Bakterien, die auf der Haut leben, ins Körperinnere gelangen. Als Ursache können aber auch Entzündungen in benachbarten Körperteilen in Frage kommen. Die Bakterien können über die Lymphe ins Auge gelangen oder auch über die Atemwege. Sie siedeln sich unterhalb der Haut im Gewebe an. Hier schädigen sie das Gewebe und zersetzen es. Der Körper antwortet mit seinem Immunsystem und versucht, die abgestorbenen Zellen sowie die Bakterien zu bekämpfen. Dabei entsteht Eiter, der nicht abfließen kann.

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern wird dieser Eiterbeutel abgekapselt. Im Körpergewebe befindet sich nun ein Beutel, der mit Bakterien, Eiter, abgestorbenen Zellen sowie zersetzender Flüssigkeit gefüllt ist. Die Bakterien können im Laufe der Zeit die Membran durchdringen und benachbarte Hohlräume erschließen. Hier können neue Abszesse entstehen. Gelangt der Eiter in die Blutbahn besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Aber auch als normale Kapsel kann der Abszess bereits den Alltag des Patienten stark beeinträchtigen.

Wann zum Arzt?

Bei einer auffallenden Gewebeveränderung am Auge sollte grundsätzlich ein Arzt konsultiert werden, wenn sie über mehrere Tage anhält. In vielen Fällen bilden sich die Veränderungen innerhalb kurzer Zeit selbständig zurück, sodass kein Arztbesuch notwendig wird. Geschieht dies jedoch nicht, kommt es zu einer Zunahme der Veränderung oder treten weitere Schwellungen auf, ist ein Arztbesuch notwendig.

Treten Flüssigkeiten oder Eiter aus dem Abszess aus, sind diese von einem Arzt zu untersuchen. Sollte Eiter in die Blutbahn gelangen, erhöht sich das Risiko einer Blutvergiftung. Aus diesem Grund ist ein rechtzeitiger Arztbesuch zu empfehlen. Kommt es durch den Abszess am Auge zu einem eingeschränkten Blickfeld, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das allgemeine Unfallrisiko ist erhöht und Wahrnehmungsdefizite treten ein. Es müssen entsprechende Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden, um eine Linderung der Beschwerden zu erzielen.

Bei einer erhöhten Körpertemperatur und einem anhaltenden allgemeinen Unwohlsein ist es ratsam, wenn ein Arzt konsultiert wird. Schmerzen am Auge oder im Gesicht sind von einem Arzt abzuklären. Emotionale Beeinträchtigungen, Scham oder eine Linderung des Selbstwertgefühls sind einem Arzt vorzustellen, sobald ein Leidensdruck bei dem Betroffenen eintritt. Rötungen, Kopfschmerzen, ein Spannungsgefühl im Gesicht und ein Juckreiz sollten von einem Arzt untersucht und behandelt werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Abszess am Auge:

Die Symptome des Abszesses sind oftmals nicht von einfachen Infektionen zu unterscheiden. Nach der Infektion bildet sich der Eiterbeutel aus, der zu einer starken Schwellung am Auge führen kann. Je nach Lage wölbt sich die Haut stark vor und ist gerötet. Durch Tasten kann der Eiterbeutel erfühlt werden. Der Abszess ist druckempfindlich und von starken Schmerzen begleitet. Liegt er sehr oberflächennah kann der Eiterbeutel auch die Haut durchbrechen.

Er lässt sich im Gegensatz zu den kleinen Aknepickeln nur schwer öffnen. Dies ist vor allem auch zu vermeiden. Liegt der Abszess tiefer im Körperinneren, so können Patienten ihn nicht sehen. Starke Schmerzen, ein vorgewölbter Augapfel sowie Fieber und Unwohlsein sind starke Indizien für einen Abszess. Patienten, die kleine Hautverletzungen besaßen, sollten beim Auftreten dieser Symptome einen Arzt aufsuchen.

Wird der Abszess nicht behandelt und vergrößert er sich, kann dies zu starken Beeinträchtigungen des Sehapparates führen. Patienten können ihre Augen nicht mehr richtig bewegen. Ist dies der Fall besteht dringend Handlungsbedarf. Der Abszess kann sich unter Umständen auch zu einer Fistel ausweiten. Es besteht auch Gefahr einer Ausweitung der Infektion auf das Gehirn. Es besteht akute Lebensgefahr. Bei einer Ausbreitung in die Blutbahn kann es zu einer Blutvergiftung kommen.

Diagnose

Ein Arzt kann aufgrund einer Blickdiagnose feststellen, ob es sich um einen Abszess handelt. Ein Abtasten der geschwollenen Region bietet bereits erste Indizien für diese Diagnose. Oft wird auch ein intensives Patientengespräch geführt, um die Ursachen feststellen zu können. Zwar handelt es sich um eine Bakterieninfektion, aber wie die Bakterien in den Körper gelangen ist wissenschaftlich noch nicht hinreichend erklärt. Liegt der Abszess tiefer werden neben Bluttests auch computertomografische Aufnahmen angefertigt. Auf diesen dreidimensionalen Bildern des Kopfes erkennt der Arzt, ob es sich um einen Abszess handelt und ob er abgekapselt ist oder sich zu einer Fistel ausweitet. Je nach Patientengeschichte können noch weitere Untersuchungen hinzukommen.

Komplikationen

Ein Abszess kann von Natur aus schon schmerzhaft sein. Dieser Zustand kann sich verstärken, wodurch auch die Druckempfindlichkeit zunimmt. Ein oberflächlich liegender Abszess ist gut zu erkennen und kann die Haut durchbrechen. Allerdings lässt er sich meistens nur sehr schwer öffnen. Abszesse, die nicht an der Oberfläche auftreten, werden häufig von Fieber und Unwohlsein begleitet. Beide Symptome können bei ausbleibender Behandlung zunehmen. Spätestens jetzt sollte ein Arzt konsultiert werden. Ein Abszess am Auge, der nicht behandelt wird, kann im weiteren Verlauf das Sehen stark beeinträchtigen, weil sich das Auge nicht mehr richtig bewegen lässt. Ist das Blickfeld eingeschränkt, sollte eine sofortige Behandlung erfolgen.

Handelt es sich nicht um einen abgekapselten Abszess, entwickelt er sich unter Umständen zu einer Fistel. Außerdem kann sich die Infektion auf das Gehirn ausweiten, was unter Umständen zu einer akuten Lebensgefahr führt. Ist die Blutbahn von einer solchen Bakterieninfektion betroffen, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Bei einer operativen Abszessentfernung, die wegen der benachbarten Nervenbahnen in Vollnarkose durchgeführt wird, besteht das Risiko, dass sich der Abszess in das benachbarte Gewebe ergießt. Weil die Gefahr einer erneuten Infektion besteht, wird die kleine Wunde nicht vernäht. Vielmehr wird sie zur Vermeidung mehrfach gespült und mit antibakteriellen Tüchern versorgt. Dass eine kleine Narbe zurückbleibt, kann nicht ausgeschlossen werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung erfolgt durch operativen Eingriff. Zugsalben helfen lediglich, wenn der Abszess sehr oberflächennah und vor allem noch nicht sehr fortgeschritten ist. In den meisten Fällen muss ein chirurgischer Eingriff erfolgen. Da am Auge sehr viele Nervenbahnen entlangführen und der Abszess sich in benachbartes Gewebe ergießen könnte, wird dieser Eingriff oft unter Vollnarkose durchgeführt. Dies ist für den Patienten angenehmer. Bei dem Eingriff wird der Arzt den Abszess am Auge mit einem kleinen Einstich öffnen und den Eiter auslassen. Danach entfernt er das abgestorbene Gewebe und spült den Bereich mit antibakteriellen Mitteln aus.

Um ein Aufflammen der Infektion zu verhindern, wird die Wunde nicht vernäht, sondern offen gelassen. Es werden weitere Spülungen vorgenommen und antibakterielle Tücher in den Hohlraum gebracht. Die Wunde ist in der Regel sehr klein und schließt sich von selbst. Es kann allerdings eine kleine Narbe übrig bleiben. Ist der Abszess verheilt, wird der Arzt eventuell weitere Behandlungen zur Ursachenbekämpfung vornehmen. Bei fortgeschrittenen Abszessen kann auch eine antibakterielle Behandlung des Patienten notwendig sein. Bei fachgerechter Behandlung heilt der Abszess innerhalb von zwei Wochen ab.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung ist schwierig, da es sich um eine Bakterieninfektion handelt. Der Bereich um die Augen ist sehr empfindlich und muss generell vor Verletzungen geschützt werden.

Bei Hautirritationen und Verletzungen, aber auch bei Insektenstichen, empfehlen in diesem Zusammenhang Ärzte eine intensive Reinigung des Bereichs, um ein Eindringen der Bakterien zu verhindern. Generell unterstützt eine gesunde Lebensweise – und damit ein gesundes Immunsystem – den Kampf gegen die Bakterien.

Bücher über Abszesse

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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