Abrasio (Gebärmutterausschabung)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Juni 2016
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Die Abrasio oder Gebärmutterausschabung bezeichnet die operative Entfernung der Gebärmutterschleimhaut. Das chirurgische Verfahren wird bei weiblichen Zyklusstörungen, Geburtskomplikationen oder zu Zwecken einer Abtreibung angewandt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Abrasio?

Die Ausschabung der Gebärmutter kennt neben diesem Begriff die Bezeichnungen Abrasio oder Kürettage. Letzterer leitet sich ab von der Kürette, dem chirurgischen Gerät, mit dem der behandelnde Arzt die Innenseite der Gebärmutter von Schleimhaut befreit. Eine Gebärmutterausschabung kann dabei nicht nur die Schleimhaut entfernen, sondern auch Reste der Eihaut oder Plazenta nach der Geburt sowie eine eingenistete Eizelle zur Beendigung einer ungewollten Schwangerschaft.

Die Kürette ähnelt einem kleinen Löffel mit gezahnten Rändern, die die Schleimhaut der Gebärmutter sowie andere Ablagerungen entfernen. Die Frau kann dabei eine lokale Betäubung erhalten und wach bleiben, bei ängstlichen oder nervösen Patientinnen bietet sich auch die Vollnarkose an.

Die Abrasio wird zu Zwecken des Schwangerschaftsabbruchs, bei hormonellen Störungen und starker Gebärmutterschleimhautbildung in der Folge, bei Erkrankungen wie der Endometriose sowie im Bedarfsfall nach der Geburt eines Kindes durchgeführt.

Anwendung und Funktion

Die Abrasio ist Teil der Gynäkologie und der Chirurgie. Chirurgische Abtreibungen werden mit einer Kürette durchgeführt, die Frau kann dabei halb oder voll narkotisiert sein. Diese Form der Abtreibung stellt nach den wenigen ersten Schwangerschaftswochen sowie bei späten Abbrüchen die einzige sichere Form da, wenn medikamentös zu viele Risiken bestünden.

In Fällen von zu dick aufgebauter oder unkontrolliert wachsender Schleimhaut kommt ebenfalls die Gebärmutterausschabung in Frage, sie behandelt dann meist das Symptom einer hormonellen Erkrankung oder einer Endometriose. Gelegentlich kommen solche Störungen kurz vor oder während der Wechseljahre vor und führen zu lang andauernden Regelblutungen mit problematischem Blutverlust.

Schlussendlich kann die Abrasio teil der Nachsorge der Frau nach einer Geburt werden. Wird mittels Ultraschall oder Spiegelung festgestellt, dass Teile der Eihaut oder Plazenta in der Gebärmutter verblieben sind, müssen sie zum Schutz vor Infektionen oder schlimmstenfalls vor lebensgefährlichem Blutverlust entfernt werden.

Methoden und Verfahren

Eine Gebärmutterausschabung wird mit einer Kürette durchgeführt. Dieses Verfahren hat sich für die meisten Indikationen bis heute bewährt. Aufgrund der scharfen Ränder der Kürette kann es durch diese Behandlungsform jedoch auch zu kleinen Verletzungen der Gebärmutterwand kommen. Die Alternative ist eine Abrasio mit Saugverfahren, dieses Verfahren wird etwa für Abtreibungen eingesetzt oder dann, wenn nur mit Gebärmutterschleimhaut zu rechnen ist. Obwohl das Geräusch für die Frau belastend sein kann, wenn sie es hört, ist es schonender für die Gebärmutterwand.

Müssen größere Gewebemengen wie ein Plazentarest entfernt werden, wird dagegen eher auf die Kürettage zurückgegriffen.

Was muss der Patient beachten?

Bei einer Abrasio handelt es sich durch die Teil- oder Vollnarkose um eine Operation mit allen gängigen Risiken. Patientinnen mit Blutbildungs- oder Gerinnungsstörungen, bereits problematisch verlaufenen Operationen, Kreislaufproblemen oder anderen Risiken werden vor einer Abrasio eingehend darüber aufgeklärt, was sie beachten müssen und welche Gefahren für sie bestehen. Je nach Grunderkrankung sieht die Vor- und Nachsorge unterschiedlich aus.

Eine Frau mit hormonellen Störungen und starker Schleimhautbildung in der Folge kann meist nach ihrer Abrasio wieder nach Hause, während eine Frau nach einer Abtreibung psychologische Begleitung brauchen könnte. Auch bei einer Abrasio im Rahmen der Geburtsnachsorge empfiehlt sich ein kurzer Krankenhausaufenthalt als Nachsorge, damit Komplikationen ausgeschlossen werden können.

Ablauf und Durchführung

Nach der Aufklärung der Frau über die Risiken und die übliche Vorbereitung auf eine Operation wird zunächst ein Termin festgelegt. Risiken wurden besprochen und untersucht, die Blutgruppe der Frau ist für den Ernstfall ermittelt worden. Entweder bekommt sie eine Vollnarkose, oder aber sie wird nur lokal betäubt und kann bei großer Aufregung ein Beruhigungsmittel bekommen.

Die Gebärmutterausschabung selbst dauert meist nur wenige Minuten bis zu einer halben Stunde. Danach wird die Frau im Aufwachraum nach Bedarf mit Schmerzmitteln versorgt, sofern sie diese braucht, und kann in der Regel aufstehen und nach Hause gehen, wenn ihr Kreislauf den kurzen Eingriff gut überstanden hat. Andernfalls bleibt sie eine Nacht oder einige Tage zur Beobachtung im Krankenhaus.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer trägt die Kosten?

Die Kosten für eine Gebärmutterausschabung werden abhängig vom Krankheitsbild der Frau von der Krankenkasse übernommen. Im Rahmen der Geburtsnachsorge oder bei vorliegender Erkrankung wie einer Endometriose kommt die Krankenkasse vollständig für die Behandlung auf und übernimmt auch die Vollnarkose, falls die Patientin die Ausschabung nicht bei Bewusstsein durchführen lassen will. Die Begründung des Arztes, dass die Patientin sehr nervös oder ängstlich war, genügt für die Übernahme der Vollnarkose.

Den Ausnahmefall stellt eine Abtreibung dar. Beratung und Untersuchung vor dem Abbruch werden von der Krankenkasse getragen. Falls erforderlich, übernimmt sie auch die Kosten einer Nachsorge oder der Behandlung von Komplikationen. Bei geringem Einkommen der Frau kann die Krankenkasse die Kosten der Abrasio zum Schwangerschaftsabbruch auf Antrag übernehmen, doch wenn kein medizinischer Grund für den Abbruch bestand, sind die Kosten für den eigentlichen Eingriff selbst zu tragen.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Die Gebärmutterausschabung birgt zunächst die gewohnten Operationsrisiken. Unverträglichkeit der Narkose, unkontrollierte und ungeahnte Blutungen sowie Nachblutungen sind schlimmstenfalls zu erwarten. Eine sehr seltene Komplikation ist der Tod der Patientin während der Operation. Insbesondere bei der Abrasio nach der Geburt besteht ein geringes Risiko, dass Reste von Eihaut und Plazenta in der Gebärmutter verbleiben und sich entzünden.

Eine häufige Nebenwirkung der Vollnarkose ist Übelkeit mit Erbrechen nach der Operation, zudem könnten Schmerzen nach der OP auftreten.

Handelt es sich um eine Kürettage, könnte die Kürette mit ihren scharfen Rändern schmerzende Verletzungen an der Gebärmutterwand hinterlassen, die anschließend abheilen müssen. Zudem ist mit Kreislaufproblemen nach dem Eingriff zu rechnen. Im Falle einer Abtreibung können psychologische Langzeitfolgen auftreten.

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