Ödem im Knie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. Mai 2017
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Unter einem Ödem im Knie wird eine Ansammlung von Wasser im Kniegelenk verstanden. Die Flüssigkeitsansammlung ruft das Anschwellen des Knies hervor. Außerdem leidet die Bewegungsfreiheit des Gelenks darunter. Grund für die Entstehung eines Ödems im Knie sind in erster Linie Verletzungen. Diese lassen sich durch eine entsprechende Therapie wirksam behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Ödem im Knie?

Von einem Ödem im Knie ist die Rede, wenn sich im Kniegelenk Flüssigkeit ansammelt. Mediziner sprechen auch von einem Kniegelenkserguss. So befindet sich die Flüssigkeit in der Kniegelenkskapsel. Es handelt sich dabei jedoch nicht um richtiges Wasser, sondern um körpereigene Gelenksflüssigkeit. Diese vermischt sich manchmal mit Blut oder Eiter. Ein Ödem im Knie kann sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf nehmen. Begleitet wird ein Knieödem oft von weiteren Beschwerden. Dazu gehören Schmerzen, eine Schwellung sowie das Überwärmen des Knies.

Ursachen

Ein Ödem im Knie kann durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufen werden. Im Rahmen des Ödems wird eine größere Menge der Gelenksflüssigkeit (Synovia) hergestellt, was durch spezielle Zellen im Inneren der Gelenkskapsel erfolgt. Da sich die Flüssigkeit jedoch nicht mehr richtig absorbieren lässt, führt dies zu ihrer Ansammlung. Letztlich entsteht mehr Flüssigkeit, als der Organismus abtransportieren kann.

Zeigt sich die verstärkte Flüssigkeitsansammlung plötzlich innerhalb eines kurzen Zeitraums, geht dies meist auf eine Verletzung des Knies zurück. Dazu gehören vor allem eine Luxation der Patella, bei der die Kniescheibe herausspringt, Meniskusschädigungen oder ein Riss des Kreuzbands. Als Reaktion auf diese Verletzungen kommt es zu einem Gelenkerguss. Die Gelenkflüssigkeit kann mit Blut vermischt sein, weil bei Traumen meist kleinere Kniegelenksgefäße geschädigt werden. Ebenfalls zu den häufigsten Ursachen für eine Wasseransammlung im Knie zählen Distorsionen (Verdrehungen) des Gelenks. Obwohl einige Fasern dadurch beeinträchtigt werden, bleibt das Knie jedoch größtenteils intakt.

Ein chronisch verlaufendes Ödem im Knie wird dagegen oft durch Infektionen verursacht. Diese führen zu einer Entzündung des Kniegelenks, was dessen Schleimhaut zur Herstellung von mehr Flüssigkeit stimuliert. Bei einigen Patienten ruft die Infektion sogar eine Ansammlung von Eiter im Kniegelenk hervor. In solchen Fällen bedarf es einer Öffnung des Knies, um den Eiter abfließen zu lassen.

Als weitere mögliche Gründe für ein Ödem im Knie kommen eine Arthrose, Rheuma oder Gicht in Betracht, was besonders für ältere Menschen gilt. Aber auch jüngere Menschen können unter Wasser im Knie leiden. Zurückzuführen ist dies auf Fehlbelastungen oder sportliche Aktivitäten. Werden letztere in übertriebenen Maße ausgeübt, besteht dadurch das Risiko eines Reizergusses. Bei manchen Patienten kann jedoch auch ein chirurgischer Eingriff für ein Knieödem verantwortlich sein. Dieser sogenannte reaktive Kniegelenkserguss zeigt sich ca. zwei bis drei Wochen nach einer Knieoperation. So wird die Schleimhaut des Gelenks durch die Operation derart gereizt, dass sich zusätzliche Gelenksflüssigkeit bildet.

Meist sind diese Ergüsse, zu denen ebenso Blutergüsse gehören können, harmloser Natur. Mitunter handelt es sich bei ihnen auch um Nachblutungen. Die Beschwerden gehen normalerweise von selbst wieder zurück oder lassen sich meist ohne Schwierigkeiten behandeln. Hat die Operation am Knie jedoch eine Infektion zur Folge, droht dem Gelenk oft eine Eiteransammlung. Überlastungen des Knies, die ein Ödem des Gelenks zur Folge haben, treten häufig während der Schwangerschaft auf. Gerade in der Spätphase der Schwangerschaft wird das Knie aufgrund des zunehmenden Körpergewichts mehr Druck ausgesetzt, was wiederum einen Reizerguss nach sich zieht.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einer Schwellung am Knie, die nicht unmittelbar durch einen Sturz, einer Prellung oder einen Unfall ausgelöst wurde, ist ein Arzt aufzusuchen. Die Schwellung kann ein Hinweis auf eine Wasseransammlung sein, die behandelt werden muss. Tritt die Schwellung einige Zeit nach einem Unfall auf, muss ebenfalls ein Arzt konsultiert werden, da es zu weiteren Komplikationen gekommen ist, die abgeklärt werden müssen.

Kommt es zu einer Bewegungseinschränkung des Knies oder Störungen bei der Fortbewegung, ist ein Arzt aufzusuchen. Es liegen Beeinträchtigungen des allgemeinen Lebensablaufes vor, die untersucht werden müssen. Leidet der Betroffene unter einer Fehlhaltung des Körpers, die sich über ein schiefes Becken oder schiefe Schultern zeigt, ist ein Arztbesuch notwendig. Es drohen dauerhafte Schäden des Skelettsystems, die korrigiert werden müssen.

Kommt es zu Hautveränderungen oder Gefühlsstörungen am Knie, ist ein Arztbesuch nötig. Treten die Beschwerden grundsätzlich nach einer längeren Zeit im Sitzen auf, müssen sie ärztlich versorgt werden. Vergrößert sich das Ödem oder stellen sich weitere Schwellungen am Bein ein, müssen ärztliche Untersuchungen durchgeführt werden, da eine Erkrankung vorliegt, die diagnostiziert und behandelt werden muss. Bei weiteren Beschwerden wie Schmerzen, knackende Geräusche im Knie oder sichtbaren Knochenverschiebungen des Kniegelenks muss ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose und Verlauf

Ein Ödem im Knie führt den Patienten in der Regel zum Arzt. Je nach Ausprägung der Wasseransammlung erkennt ein erfahrener Mediziner den Kniegelenkserguss oft schon auf den ersten Blick oder durch das Abtasten des Gelenks. Als wichtiger Hinweis gilt das Zurückfedern der Kniescheibe, wenn frontaler Druck ausgeübt wird. So schwimmt die Patella regelrecht auf der Flüssigkeit. Ein weiteres Indiz bildet eine kleinere Vorwölbung an der Außenseite des Knies. Dabei drückt der Arzt auf den Gelenkskapselanteil, der auf der Oberseite sowie an der Innenseite des Kniegelenks liegt. Dieses Verfahren eignet sich ab Flüssigkeitsmengen von mehr als 10 Millilitern.

Zu den Diagnosemethoden zählen außerdem verschiedene bildgebende Verfahren wie eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) des Kniegelenks, das Anfertigen von Röntgenaufnahmen, eine Computertomographie (CT) oder eine Kernspintomographie (MRT). Diese sind in der Lage, die Wasseransammlung im Gelenkinneren bildlich darzustellen. Der Verlauf eines Ödems im Knie richtet sich nach der auslösenden Ursache und dem Ausmaß der Flüssigkeitsansammlung. So gehen die Beschwerden bei manchen Patienten von allein wieder zurück, während in anderen Fällen eine medizinische Behandlung erforderlich ist.

Komplikationen

Ein Ödem im Knie kann unter gewissen Umständen auch verschiedene Komplikationen entstehen lassen, die alle in der Regel von einem Arzt begutachtet bzw. behandelt werden sollten. Natürlich ist eine Wasseransammlung im Knie nichts Besorgniserregendes, sofern diese Ansammlung innerhalb weniger Stunden wieder verschwindet. An dieser Stelle kann es zu folgender Komplikation kommen: Die Wasseransammlung bleibt sogar über mehrere Tage bestehen und verursacht sogar starke Schmerzen. In so einem Fall liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Grunderkrankung vor, die definitiv von einem Arzt behandelt werden sollte. Dazu zählt beispielsweise Rheuma, Arthrose oder eine Beschädigung des Gelenkes.

Gleichzeitig kann auch eine Entzündung entstehen, die ebenfalls sehr starke Schmerzen verursachen kann. In seltenen Fällen entsteht aus der Entzündung sogar ein Abszess. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Eiter und Bakterien, die zwingend von einem Fachmann entfernt werden sollte. Wird der Gang zum Arzt vermieden, so können die Bakterien sogar in den Blutkreislauf gelangen. In so einem Fall droht eine Blutvergiftung, die im schlimmsten Fall mit dem Tod enden kann. Wer also mit einem Ödem im Knie frühzeitig einen Arzt aufsucht, der kann unterschiedlichsten Komplikationen sehr gut vorbeugen.

Behandlung und Therapie

Eine wichtige Rolle für die Therapie eines Ödems im Knie spielt die auslösende Ursache. Wird das Ansammeln der Flüssigkeit durch eine Meniskusläsion oder einen Kreuzbandriss hervorgerufen, müssen diese Leiden entsprechend behandelt werden, damit sich das Ödem zurückbilden kann. Zu den gebräuchlichsten Behandlungsmethoden zählen das Schonen und Hochlagern des Knies. Mitunter ist sogar eine komplette Ruhigstellung sinnvoll, damit der Organismus die überschüssige Flüssigkeit eigenständig aus der Gelenkskapsel abbauen und reduzieren kann.

Eine sinnvolle Unterstützung stellt das Kühlen des Knies mit kalten Umschlägen oder einer Kühlpackung dar. Im Falle eines hartnäckigen Ödems kommt oftmals eine Gelenkpunktion zur Anwendung. Dabei wird der Gelenkskapsel Flüssigkeit durch eine Punktionsnadel entnommen. Tritt das Ödem durch eine entzündliche Infektion zutage, lassen sich entzündungshemmende Arzneimittel verabreichen. Dazu gehören u. a. Diclofenac und Ibuprofen.

Handelt es sich um einen eitrigen Gelenkerguss, erfolgt eine Entlastung durch einen chirurgischen Eingriff, damit der Eiter aus dem Knie abfließen kann. Ansonsten droht eine Zerstörung des Gelenks. Als bewährtes unterstützendes Hausmittel gegen ein Knieödem gilt das Auflegen von kalten Quarkwickeln. Sie lindern die Beschwerden und bewirken oft sogar eine Verminderung des Ergusses.



Vorbeugung

Ein Ödem im Knie entsteht häufig durch Überlastungen oder falsche Belastungen des Gelenks. Um den Beschwerden vorzubeugen, empfiehlt es sich daher, auf schonende Bewegungen zu achten und Stürze auf das Kniegelenk zu vermeiden bzw. diese durch das Anlegen eines Knieschutzes abzumildern. Außerdem sollten Gelenkserkrankungen frühzeitig von einem Arzt behandelt werden.

Bücher über Ödeme

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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